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Startups in NRW: Politik will Rahmenbedingungen bei Unternehmensgründungen verbessern

Startups in NRW: Politik will Rahmenbedingungen bei Unternehmensgründungen verbessern

CDU und FDP wollen die Gründungskultur in Nordrhein-Westfalen stärken. Ziel ist es laut Koalitionsvertrag, Jungunternehmern finanziell zu fördern und ihnen bürokratische Prozesse zu erleichtern. Zudem geht es um eine frühe Vermittlung von Kompetenzen für potentielle Gründerinnen und Gründer durch Initiativen, die Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studierenden die Themen "Gründen" und "Unternehmertum" näherbringen.

Nach Ansicht der neuen Landesregierung braucht Nordrhein-Westfalen dringend Impulse für mehr Wirtschaftswachstum. Dafür will die FDP in Bildung, Wissenschaft, Forschung, Glasfaser und Infrastruktur investieren sowie sich für eine stärkere Gründungskultur engagieren.

"Unser Ziel ist eine neue Gründerzeit in Nordrhein-Westfalen", versprechen CDU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag. Ausschnitte aus selbigem, bei denen das Thema Gründung im Fokus steht, hat die Webseite deutsche-startups.de veröffentlicht. Konkret wollen beide Parteien etwa "den Gründungsprozess für alle Unternehmensgründungen vereinfachen". So wird das "Gründer-Stipendium NRW" geschaffen, es sollen sechs sogenannte Exzellenz-Startup-Center entstehen, die Startup-Förderung durch die NRW-Bank sichergestellt werden und der Fokus an Hochschulen neben Forschung und Lehre vermehrt auf Technologietransfer liegen. Das sind große Versprechen, die es in die Tat umzusetzen gilt.

Erste Bemühungen gibt es bereits: Der Unternehmer, Softwareentwickler und Risikokapitalgeber Thomas Bachem etwa hat die private Fachhochschule "CODE" für Programmierer und Softwareentwickler mitaufgebaut. Der Grund: Ein Informatik-Studium reicht seiner Meinung nach nicht aus, da in diesem Frontalunterricht an der Tagesordnung sei und weniger praktische Projekte, die die Auszubildenden auf den Berufsalltag vorbereiten und ihnen bei der Unternehmensgründung zugutekommen. Vor allem in den ersten zwei Jahren lägen die inhaltlichen Schwerpunkte im Studiengang Informatik zudem auf Mathematik und Elektromechanik. So könnten wohl nur die Wenigsten die Frage beantworten, was man konkret unter einem Root-Server versteht und wie dieser sich von einem Managed Server unterscheidet oder wie man komplexe Webseiten programmiert und gestaltet. Bachem plant daher, sich bei den Studiengängen an der Hochschule CODE auf die Bereiche Software Engineering, Interaction Design und Product Management zu konzentrieren, um den unternehmerischen Nachwuchs optimal auszubilden.

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Eine Hochschule für Digitalpioniere ist jedoch nur eine von vielen Maßnahmen, Unternehmer in Spe besser auf die Herausforderungen bei der Gründung vorzubereiten. Nach Abschluss des Studiums müssen Absolventen, die sich selbstständig machen wollen, zum einen bei der Finanzierung vieles berücksichtigen. Starthilfe bei der Existenzgründung bietet aktuell schon die NRW.Bank mithilfe von Fördermitteln. Diese werden entweder von der NRW.Bank selbst oder von der staatlichen Förderbank KfW vergeben. Vorher stellen junge Unternehmen über ihre Hausbank einen entsprechenden Antrag, der an die KfW weitergeleitet wird. Mit den unterschiedlichen Finanzierungsmodellen und Coaching-Angeboten bietet die KfW-Bank Freiberuflern, Existenzgründern und Jungunternehmern Darlehen bis zu 1 Million Euro an. Die Förderprodukte bei der NRW.Bank umfassen ebenso zinsgünstige Darlehen. Der Mindestkredit beträgt dabei 25.000 Euro, der Höchstbetrag 10 Millionen Euro. Mit dem entsprechenden Know-how, einer innovativen Geschäftsidee und einer durchdachten Finanzierung haben Gründungswillige in Nordrhein-Westfalen also momentan schon gute Chancen, sich gegen Mitbewerber zu behaupten. An Erfolgsgeschichten aus NRW mangelt es zumindest nicht. Und falls die Landesregierung ihre Versprechen wahr macht, fallen bald auch die bürokratischen Hürden bei der Unternehmensgründung weg. Bildrechte: Flickr new website soon comeaesop CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten