Seilbahn: Naturschützer gegen Fahrradfreunde

Seilbahn: Naturschützer gegen Fahrradfreunde

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sind sich nicht grün. Aktueller Anlass für eine heftige Auseinandersetzung ist die unterschiedliche Bewertung der städtischen Seilbahnpläne.

In einem Mailing hatte BUND-Sprecher Jörg Liesendahl die Stadtverordneten eindringlich gebeten, "keine weiteren Geldmittel für Prüfungen zum Seilbahn-Projekt zu bewilligen." Seine Organisation wendet sich unter anderem gegen die dafür nötigen Fällungen alter Bäume und die Beeinträchtigung der Hatzenbeck-Quelle. Im wesentlichen aber bezieht sich die Kritik auf die mögliche Ausdünnung des Busverkehrs in der Südstadt. Der BUND befürchtet die Anwohner könnten dadurch verleitet werden, vermehrt ihr eigenes Auto zu nutzen. Folgerichtig unterstütze man die Initiative "Seilbahnfreies Wuppertal".

Diese Haltung hat postwendend den ADFC auf den Plan gerufen: Bereits bei den Planungen für die Nordbahntrasse habe der BUND nichts unversucht gelassen, um das Projekt zu verhindern, sagt Wuppertals ADFC-Chef Klaus Lang: "Scheinbar versucht der BUND jetzt mit dem Seilbahnprojekt einen neuen Verhinderungsanlauf für eine großartige Idee." Lang fragt sich, warum die Naturschützer bei den Abholzungen von Straßen NRW in der jüngsten Vergangenheit nicht aufbegehrt hätten. Außerdem habe im Vergleich der umweltschädlichen Emissionen die Seilbahn schon jetzt die Nase vorn. Sie bilde darüber hinaus eine attraktive Variante für P & R-Verkehr von den Südhöhen in die Innenstadt.

Auch für den Radverkehr böten sich neue Möglichkeiten, da mit Hilfe der Seilbahn alle Ziele auf den Südhängen einfach zu erreichen seien. Doch all dies sei leider kein Thema beim BUND. Lang: "Eine ehemals hoch angesehene Umweltschutzorganisation demontiert sich selbst."

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