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Renaturierung der Wupper: „Weiterhin eine große Aufgabe“

Renaturierung : Die Wupper: „Weiterhin eine große Aufgabe“

Die Wupper soll – wie alle Flüsse in der Europäischen Union – naturnah entwickelt wird. Laut EU-Wasserrahmenrichtlinie sollen sie bis 2027 einen „guten Zustand“ erreichen. Dazu gehören neben der Wasserqualität auch die Natürlichkeit der Flussläufe sowie das Vorkommen von Fischen, Kleinlebewesen, Algen und Pflanzen.

„Gerade im Flussgebiet der Wupper haben wir schon große Fortschritte zu verzeichnen, vor allem im Hinblick auf die Renaturierungsmaßnahmen. Zum Erreichen der vorgegebenen Ziele des guten Zustands beziehungsweise des guten Potenzials sind aber noch erhebliche Anstrengungen nötig“, sagt Jörg Matthes, Leiter des Wasserwirtschaftsdezernates der Bezirksregierung Düsseldorf.

„Die Wupper bot früher über weite Strecken ein monotones Bild, sie wurde begradigt und in weiten Teilen künstlich befestigt“, erinnert sich Georg Wulf, Vorstand des Wupperverbandes. „Wenn Sie heute zum Beispiel im Wuppertaler Stadtgebiet, in Hückeswagen oder Leverkusen renaturierte Gewässerabschnitte anschauen, sehen Sie Abwechslung, lebendige Strömungen und auch Artenvielfalt. Die Wupper macht weiter Fortschritte und hat das frühere Prädikat des Abwasserflusses hinter sich gelassen. Dennoch ist die Flussentwicklung weiterhin eine große Aufgabe.“

Der Wupperverband hat von 2008 bis 2018 bereits 180 Projekte an der Wupper und an Nebenflüssen umgesetzt, von Forschungsprojekten über Kartierungen bis hin zu Renaturierungen. Von 2018 bis 2030 setzt der Verband ein weiteres Maßnahmenpaket um, das Investitionen in Höhe von rund 14 Millionen Euro umfasst. Die Projekte werden vom Land NRW gefördert.

 Die Wupper war vor der Renaturierung am Pfälzer Steg eher eintönig.
Die Wupper war vor der Renaturierung am Pfälzer Steg eher eintönig. Foto: Wupperverband
  • NRW-Wirtschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart (2.v.li.) und
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  • Sozialdezernent Stefan Kühn.
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  • Symbolfoto.
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Das Ergebnis dieser Arbeit ist an der Wupper und den Nebenbächen deutlich erkennbar: Natürlichere Flussstrukturen mit abwechslungsreichen Strömungen, Steinen und Inseln werden geschaffen. Fischarten kehren zurück, zum Beispiel die anspruchsvollen Lachse, Meerforellen, Schneider und Nasen. Dass sich Eisvogel und Biber nun bereits die Wupper als Lebensraum aussuchen, zeigt, der ehemalige Abwasserfluss ist im Wandel.

 Auch die Wipper ist nun viel lebendiger ...
Auch die Wipper ist nun viel lebendiger ... Foto: Wupperverband

Aktuell arbeitet der Wupperverband in Kooperation mit der Stadt Wuppertal und Bayer an einem rund 1,5 Kilometer langen Wupperabschnitt zwischen Werksgelände und Zoo. Weitere Projekte sind in Planung, zum Beispiel elf Kilometer an der Oberen Wupper zwischen Marienheide und Wipperfürth, an der Dhünn in Schlebusch, an der Wupper in Solingen und Leichlingen, in Remscheid und in anderen Kommunen.