1. Lokales

Räumen einen bestimmten Charakter verleihen — so geht’s

Räumen einen bestimmten Charakter verleihen — so geht’s

Wer möchte sich in den eigenen vier Wänden nicht wohlfühlen und nach getaner Arbeit in ein Zuhause kommen, das den eigenen Wünschen und Vorstellungen gerecht wird? Wichtiger als etwa die Größe der Räume oder eine besonders luxuriöse Ausstattung ist dabei, dass in die Gestaltung der Räume Persönlichkeit eingeflossen ist — nur dann identifiziert man sich auch mit der Atmosphäre um einen herum und fühlt sich so richtig wohl.

Außerdem lädt man besonders in ein Haus oder eine Wohnung mit Charakter gerne Gäste ein — jetzt zur Weihnachtszeit vielleicht zu einem stressfreien Fest in den eigenen vier Wänden — und sieht das Zuhause damit nicht nur als notgedrungene Schlafstätte, sondern als Platz, an den sich hin und wieder gerne zurückgezogen werden kann.

Wohnungen und Räume in Möbelhäusern sehen meistens sehr schön und nett aus. Eine Sache allerdings fehlt ihnen in der Regel: der Charakter, die Persönlichkeit. Deshalb möchten auch die wenigsten Menschen das genau gleiche Zimmer haben, das in einem Ausstellungshaus zu sehen ist. Aber wie lässt sich Persönlichkeit in Räume bekommen und was heißt das denn überhaupt?

Generell würden die meisten Menschen, ohne groß darüber nachdenken zu müssen, ganz bestimmte Räume als "unpersönlich", "kalt" und als "langweilig" bezeichnen. Diese Räume müssen nicht einmal schlecht eingerichtet sein oder billig aussehen — vielmehr sagen sie aber nichts über den in ihnen Wohnenden und damit auch nichts über sich selbst aus. Womit der erste Punkt herausgestellt wäre: Räume sollten in der Lage sein, etwas auszusagen. Da sie zwangsweise von denjenigen eingerichtet werden, die in ihnen wohnen, drücken sie auch etwas über ebendiese Bewohner aus. Zwar sagen langweilige Räume nicht sofort "Die Menschen, die hier wohnen sind absolut langweilig", sie lassen aber dennoch auf langweiligen Geschmack und keinerlei Kreativität bei der Gestaltung schließen.

Deshalb sollten sich, bevor die Raumgestaltung blindlings begonnen wird, zunächst mehrere Dinge gefragt werden:

  1. Sollen die Räume, in denen ich wohnen möchte, etwas ganz Bestimmtes aussagen?
  2. Sollen die Räume eine bestimmte Stimmung vermitteln? Soll das Ambiente also zum Beispiel besonders gemütlich sein? Oder soll die Wohnung lieber sehr künstlerisch oder modern wirken?
  3. Sollen die Räume ein ganz bestimmtes Thema widerspiegeln? Sollen alle Räume nach diesem einen Thema gestaltet werden oder sollen die Räume sich unterscheiden?

Wer sich diese Fragen stellt und ein gewisses Konzept im Kopf hat, kann seine Räume auch dementsprechend gestalten.

Eine der sichersten und einfachsten Methoden einem oder mehreren Räumen Charakter zu verleihen ist es, sich ein Thema oder eine Stimmung zu überlegen und die Räume dementsprechend zu gestalten. Das Einzige, was dabei passieren kann: die Räume werden eine Spur zu persönlich. Gerade wer noch jung ist, tendiert oft dazu, sich in der ersten eigenen Wohnung voll auszuleben und endlich so zu gestalten, wie es bei den Eltern vielleicht nie möglich war. Schnell wird dann aber ein richtiges kleines Privatreich aus der Wohnung und die Räume werden mitunter ein wenig zu intim. Denn sie dürfen über die Bewohner zwar etwas aussagen, sie sollen aber nicht die innerste Seele offenbaren.

Es gilt also den Spagat zwischen Charakter und Gastfreundlichkeit zu bewerkstelligen. Zwar müssen die Bewohner sich in erster Linie immer wohlfühlen, vor den Gästen soll sich aber nicht etwa für irgendetwas in den Räumen gerechtfertigt werden müssen. Ansonsten können die unterschiedlichsten Themen bei der Gestaltung als Vorlage dienen:

  1. Die vier Elemente, also Feuer, Wasser, Erde und Luft bieten eine Menge kreativen Spielraum
  2. Grundfarben als Farbe an den Wänden sorgen für ganz bestimmte Stimmungen. Bei der Gestaltung können unter anderem die Erkenntnisse der Farbpsychologie helfen, die sich auf das Wohnen wunderbar übertragen lässt. So regt Gelb beispielsweise angeblich die Kommunikation an, während Grün die Natur symbolisiert und beruhigend wirkt
  3. Die Natur wiederum kann ebenfalls zum Thema gemacht werden. Der Wald, das Meer, die Felder, Wiesen, Blumen und Tiere können in die Gestaltung der Räume als Ideen mit einfließen
  4. Filme, Bücher, Comics und Spiele bieten ebenfalls eine Menge Material
  5. Auf Grundlage diverser Zeitalter, wie Mittelalter, Barock usw. oder Kunstepochen und Stile, wie Expressionismus, Jugendstil oder Surrealismus kann ebenfalls gut gestaltet werden

Jeder Mensch hat seinen eigenen Geschmack und gestaltet seine Räume daher auch individuell und nach seinen eigenen Vorlieben. Einer möchte, dass es besonders cool aussieht, der andere bevorzugt es modern, ein Dritter wiederum steht auf retro. Doch eines haben die meisten Menschen gemein: sie wollen es in Schlaf- und Wohnzimmer gemütlich haben. Niemand kommt gerne erschöpft von der Arbeit und legt sich in unbequemer Atmosphäre auf die Couch.

Dieses Gefühl nach Geborgenheit im eigenen Heim, das fast jeder gerne spürt, hat sogar einen offiziellen Begriff: das Cocooning. Er erklärt sich im Grunde von selbst: wie in einen Kokon möchte man sich Zuhause einmummeln und gerade in der kalten Jahreszeit zu Ruhe und Entspannung kommen. Denn gerade in Großstädten gibt es im öffentlichen Raum oftmals kaum noch Rückzugsorte, die einem gemütlichen Zuhause gleichkämen. Wer bei diesem Cocooning geschickt vorgeht, verleiht den Räumen nicht nur Gemütlichkeit, sondern eben auch den gewünschten Charakter.

Lichter und Farben

Mit Wolldecke und Fellteppich fühlt sich selbst im tiefsten Winter auch das Haustier richtig wohl. Foto: fotolia.de © Africa Studio (#108318973)

Natürlich entsteht Ruhe und Gelassenheit nicht von alleine. Im Zuge einer guten Raumgestaltung wird sie durch ganz bestimmte Mittel geschaffen. So kann es ein erster Schritt sein, gewisse Farben auszuwählen, die einem selbst guttun. Egal welche Farben es sind, sie sollten einem ein gutes Gefühl vermitteln und Augen und Geist eher beruhigen, als anstrengen. Wer sich der Gemütlichkeit auf spirituelle Weise nähern kann, sollte sich die Tipps des Feng-Shui zugute führen. Die Feng-Shui-Regeln, die unter anderem auch ein Ausrichten der Möbel und der Einrichtung nach ganz bestimmten Konzepten und Prinzipien, wie Himmelsrichtungen, enthalten, sind wunderbare Kniffe für gerade diejenigen, die sich bei der Gestaltung insgesamt eher schwer tun.

Wer das Ganze eher einfach nur auf pragmatischer Ebene sehen möchte, sollte sich bei der Wahl der Farben sowie auch der Beleuchtung einfach auf seine Intuition verlassen. Farben, die einem aus ästhetischen Gründen gefallen oder die für gute Laune sorgen sind anderen Farben ganz einfach zu bevorzugen. Die entsprechenden Farben und Formen können dann etwa dienen bei der Wahl der:

  1. Vorhänge
  2. Decken
  3. Bettwäsche
  4. Kerzen
  5. Teppiche
  6. Wände
  7. Bilderrahmen
  8. usw.

Wer auch hier keine Vorlieben hat, sollte sich aufgrund der Temperatur entscheiden. Wer Wärme und Gemütlichkeit bevorzugt, sollte sich auch auf warme Farbtöne konzentrieren: Rot, Orange, Braun und Gelb bieten sich hervorragend an.

Die besten Wohlfühl-Materialien

Gemütlichkeit mit Charakter wird nicht nur durch eine genaue Wahl der Farben und des Lichts, sondern auch durch die Materialien erzeugt, dir für die Möbel und die Ausstattung gewählt werden. Hierbei sind natürlich je nach Jahreszeit auch unterschiedliche Materialien auszuwählen. Wärmere Monate in Frühling und Sommer sind nicht die besten Zeiten um die dicken Wolldecken aus dem Schrank zu holen. Vielmehr sind für Kissen und Decken leichte Wolle oder Materialien wie Leinen und Seide empfehlenswert. Sie haben einerseits einen natürlichen Look und können in bestimmten Farbtönen Charakter in Räume bringen, andererseits liegen sie auch bei Wärme angenehm auf der Haut. Kombiniert mit Möbeln aus Korb, Rattan oder Naturholz wird der natürliche Charakter der jahreszeitlichen Gestaltung stilvoll unterstützt.

Sinken die Temperaturen in Herbst und Winter muss es natürlich ganz besonders kuschelig und warm sein. Warme Farben und indirekte Beleuchtung reichen da natürlich nicht mehr aus. Warme Materialien müssen her: Kissen, Decken und Bezüge aus Wolle sollten die erste Wahl sein. Vor dem Bett oder im Wohnzimmer kann außerdem ein dicker Teppich in Fell-Optik ausgelegt werden, der auch einmal die nackten Füße wärmt und zum Hinlegen einlädt. Grobe Strickmuster und weiche Materialien sind besonders empfehlenswert — wer sich Kaschmir oder Alpaka leisten kann, sollte zugreifen. Diese Materialien wärmen einerseits besonders gut und lassen dennoch Luft durch, sodass man nicht schwitzen muss.

Noch immer scheint es einige Menschen zu geben, die Zimmerpflanzen als uncool oder niveaulos betrachten. Damit machen sich diese Menschen allerdings eindeutig etwas vor. Denn nicht nur sind Zimmerpflanzen wieder angesagter denn je, sie können auch positiv zur Gesundheit durch ein besseres Raumklima beitragen. Je grüner ein Raum, desto größer das eigene Wohlbefinden, sowie das der Gäste.

Übrigens muss man für viele Zimmerpflanzen nicht einmal einen gründen Daumen haben. Wer seine Räume gerne mit charakterstarken Pflanzen aufwerten möchte, ohne viel Zeit für die Pflege der guten Stücke zu haben, kann beispielsweise zu

  1. Drachenbäumen
  2. Schusterpalmen
  3. Baumfreunden
  4. Ficus
  5. oder Efeututen
Selbst in einer eigentlich recht kalten Atmosphäre sorgen einige Pflanzen schon für Ausgeglichenheit und ein gutes Raumklima. Foto: fotolia.de © Photographee.eu (#168209967)

greifen. Natürlich hängt die Auswahl nicht nur vom persönlichen Geschmack, sondern auch vom Licht- und Platzangebot in den Räumen ab. Die erwähnten Pflanzen sind zwar pflegeleicht, ein Platz nah am Fenster tut ihnen in der Regel dennoch gut.