Stadtbibliothek stellt Konzept vor Ein Ort für lebenslanges Lernen und gemeinsames Erleben

Wuppertal · Die Stadtbibliothek Wuppertal hat ihre inhaltliche Ausrichtung bis 2030 erarbeitet und jetzt im Kulturausschuss vorgestellt. Sie will ein Ort für lebenslanges Lernen und gemeinsames Erleben“ sein.

Von li.: Karin Röhrich (Direktorin der Stadtbibliothek), Claudia Putz (Mitarbeiterin des Peter-Hammer-Verlags) und Susanne Hasenöhrl (Leiterin der Zentralbibliothek) 2025 bei der Übergabe der Bücher in der neu eröffneten Stadtteilbibliothek am Rott.

Foto: Stadtbibliothek Wuppertal

Unter Beteilung von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Kooperationspartnern sowie des Bibliotheksteams sind vier strategische und zwei übergeordnete Handlungsfelder entstanden, die nun mit konkret definierten Maßnahmen ausgestaltet werden. Auch eine erste Bedarfs- und Flächenberechnung für einen möglichen neuen Standort der Zentralbibliothek im ehemaligen Kaufhof-Gebäude am Neumarkt in Elberfeld ist erarbeitet worden. Der Strategieprozess wurde durch Drittmittel aus der Fördermaßnahme „#Innenbandstadt“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen finanziert.

„Mit der Strategie, mit deren Erstellung uns der Stadtrat im Juli 2024 beauftragt hatte, haben wir unsere bisherige Ausrichtung nochmals konkretisiert und geschärft. Mich freut es, dass sowohl die Menschen in Wuppertal als auch mein Team die Bibliothek der Zukunft zum einen als Begegnungs- und Erlebnisort mit hoher Aufenthaltsqualität als auch als Ort der analogen und digitalen Teilhabe definiert haben. Demokratieförderung, Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit stehen als Werte im Mittelpunkt unserer Arbeit und der jetzt erarbeiteten Ergebnisse“, so Direktorin Karin Röhrich.

Vor diesem Hintergrund sei die Strategie 2030 „nicht nur eine planerische Orientierung, sondern ein zentrales Steuerungsinstrument: Sie verbindet unseren politischen Auftrag mit den Erwartungen der Bürger und Partner, beschreibt den zukünftigen Entwicklungspfad der Stadtbibliothek und stärkt nochmals unsere Position in einer dynamischen Stadtgesellschaft.“

Die Strategie soll nun mit dem Team und Partnern in der Stadt, in der Verwaltung sowie mit Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern und Nutzerinnen und Nutzern Schritt für Schritt an allen zehn Standorten umgesetzt. Röhrich werden: „Dabei gilt es, kreativ zu sein mit Blick auf die Einwerbung von Fördermitteln zur finanziellen Unterstützung.“

Die vier strategischen Handlungsfelder sind „Wohnzimmer der Stadt“, „Bildung“, „Teilhabe“ und „Sichtbarkeit“. Dazu kommen als übergeordnete Handlungsfelder die Themen „Personalmanagement“ und „Nachhaltigkeit“.

Das „Wohnzimmer der Stadt“ definiert die Bibliotheksstandorte als konsumfreie Lern-, Arbeits- und Begegnungsräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Dort sollen Menschen unabhängig von ihrem Alter, ihrer Herkunft und ihrem sozialen Status lernen, arbeiten, lesen, stöbern, ausprobieren und einfach verweilen. Gemeinschaftserlebnisse und Rückzugsmöglichkeiten sollen gleichermaßen ermöglicht werden. Insbesondere für die Zentralbibliothek impliziert das „Wohnzimmer der Stadt“ einen Motor für die zukünftige Innenstadtentwicklung von Elberfeld.

Das Handlungsfeld „Bildung“ fasst alle Aktivitäten der Bibliothek als größter außerschulischer Bildungsort von Wuppertal zusammen, von der Lese- und Sprachförderung sowie Recherchetrainings über die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz bis hin zu vielfältigen Lern- und Erlebnisangeboten für Menschen jeden Alters. Es soll die Bibliothek zu einem Anker für alle Bildungseinrichtungen ausbauen.

Mit dem Handlungsfeld „Teilhabe“ wird zum einen die Barrierefreiheit der Standorte überprüft, zum anderen werden die Möglichkeiten zur analogen und digitalen Teilhabe gebündelt. Die Veranstaltungsangebote werden auf Diversität und Inklusion überprüft und es werden gezielt neue Partnerschaften geschlossen. Zudem erarbeitet die Bibliothek ein ausführliches Konzept, um ihre Bibliotheksarbeit auch außerhalb ihrer Standorte anbieten zu können, und schafft durch technische Lösungen mehr servicefreie Öffnungszeiten.

Schließlich will die Bibliothek mit dem Handlungsfeld „Sichtbarkeit“ neue Zielgruppen erreichen und ihre Wahrnehmung bei den Wuppertalern nochmals erhöhen. Mit einer professionellen Nutzung digitaler Kanäle, Social Media und klassischer Medien soll das vielfältige Angebot noch bekannter gemacht werden.

„Kooperationen mit lokalen und regionalen Medien, Auftritte in öffentlichen Räumen sowie ein klares visuelles Erscheinungsbild tragen zur Markenbildung bei. Dabei geht es nicht allein um Imagepflege, sondern um die nachhaltige Stärkung der Bibliothek als lernende, innovative und offene Institution“, heißt es.

Die Ergebnisse ihres Strategieprozesses hat die Stadtbibliothek auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Mit einem Info-Stand unter dem Motto „Strategie2030: Stand jetzt“ stellt das Leitungsteam der Bibliothek außerdem im März und April die Details der Strategie vor. An diesem Info-Stand sind auch Kritik und Anregung willkommen, denn „auch diese Strategie ist ein lebendiges Produkt, das angepasst und weiterentwickelt werden kann und soll, wenn sich die Bedürfnisse der Menschen an die Bibliothek verändern“, so Karin Röhrich.