Neubau an alter Stelle?

Neubau an alter Stelle?

Die Stadtwerke sehen sich weiter auf Erfolgskurs: Die Bilanz 2014 weist bei 1,1 Milliarden Umsatz 1,2 Millionen Euro Gewinn aus.

Zwar waren die Ergebnisse im Bereich Wärme sowie in den Bereichen Energie & Wasser wegen des warmen Winters 2013/2014 niedriger als im Vorjahr , doch das konnte unter anderem durch den Verkauf des Schwebebahngerüstes und der Stationen an die Stadt Wuppertal kompensiert werden. Durch den Verkauf verringerte sich das Defizit im Personennahverkehr um satte 20 Millionen auf noch 25,7 Millionen Euro. "Aber auch ohne den Verkauf hätte das Defizit deutlich unter dem kritischen Wert von 50 Millionen gelegen", betont WSW-Chef Andreas Feicht. Auch das Ende des Schwebebahnumbaus —nach nunmehr 19-jähriger Bauzeit — mache sich positiv bemerkbar: Die Fahrgastzahlen lagen mit 87,6 Millionen etwa auf Vorjahresniveau, wovon allein die Schwebebahn 22,7 Millionen Passagiere beförderte.

Im Bereich Döppersberg sind die Stadtwerke ebenfalls stark engagiert. "Wir sind dort der zweitgrößte Investor, das wird oft übersehen", so Feicht. Die Umorganisation des Busbahnhofs an der Ohligsmühle kostete bereits gut eine Million Euro, dafür funktioniert er weitgehend gut. Auch das "Ab in die City"-Ticket kommt gut an. Durch die Mehreinnahmen konnte der Eigenkapitalanteil um 2,1 Prozent auf 28,4 Prozent aufgestockt werden. Das bedeutet weniger Kreditkosten für den Konzern. Auch die Rücklagen wachsen weiter an. "Das ist unser Sparbuch für alle möglichen Risiken und unvorhergesehenen Belastungen", erklärte Feicht.

In Sachen Seilbahnprojekt liegt der Ball aus WSW-Sicht im Feld der Stadt: "Die Politik muss nach der Sommerpause sagen, wie es weitergeht, wie die Meinung aller Wuppertaler Bürger zu diesem Projekt erfasst werden kann und dann entscheiden", so Feicht. Zum ebenfalls umstrittenen Windrad auf der Kleinen Höhe wurde inzwischen der Bauantrag gestellt. Eine Genehmigung erwarten die WSW noch im Sommer. Ab 2018/2019 könnten von hier die ersten Kilowattstunden ins Netz fließen und das Kraftwerk Elberfeld überflüssig machen.

Die WSW-Zentrale selbst wird auf jeden Fall neu gebaut. Wo, ist weiter offen. "Wir prüfen im Aufsichtsrat derzeit verschiedene Alternativen." so AWG-Chef Wolfgang Herkenberg. Eine — wenn auch kostspielige — Option ist dabei ein Neubau auf dem jetzigen Gelände an der Schützenstraße. Von Neubauplanungen auf dem Carnaper Platz hatte man sich bekanntlich nach Bürgerprotesten verabschiedet.

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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