Simonshöfchen Kündigung kurz vor Weihnachten

Wuppertal · Eine böse vorweihnachtliche Bescherung erlebten jetzt Justizvollzugsbedienstete, die in Dienstwohnungen an der Straße Simonshöfchen wohnen. Ihnen flatterten in der vergangenen Woche die Kündigungen ihrer Mietwohnung ins Haus.

 Dieter Jary vor den Häusern mit den JVA-Dienstwohnungen am Simonshöfchen, die jetzt abgerissen werden sollen.

Dieter Jary vor den Häusern mit den JVA-Dienstwohnungen am Simonshöfchen, die jetzt abgerissen werden sollen.

Foto: Simone Bahrmann

"Das ist ein echter Hammer", regt sich Dieter Jary über die Kündigung zum 30. Juni nächsten Jahres auf. Er selbst wohnt seit 11 Jahren in einem der Häuser, das seinerzeit bewusst unmittelbar neben die Justizvollzugsanstalt gesetzt worden war, um bei Bedarf schnell Personal einsetzen zu können.

Doch genau diese Nähe der Mehrfamilienhäuser ist jetzt das Problem. Denn das 36 Jahre alte Gefängnis soll vom nächsten Jahr an für 150 Millionen Euro renoviert und erweitert werden. Dafür wird die Fläche benötigt. "Die standortnahen Dienstwohnungen sind in Zeiten der mobilen Kommunikation nicht mehr erforderlich", erläutert JVA-Leiter Heinz-Werner Haucke. Mit den betroffenen Mietern der rund 40 Wohnungen war auch er am 7. Dezember überraschend zu einer abendlichen Informationsveranstaltung geladen worden, in der Staatssekretär Karl-Heinz Krems den geplanten Abriss der Gebäude ankündigte.
"Teilweise leben die Kollegen hier seit 30 Jahren, andere sind mit kleinen Kindern erst in diesem Jahr hierhin gezogen und haben sich gerade eingerichtet. Die wissen jetzt weder ein noch aus", so Dieter Jary. Bereits im Oktober habe man Urlaubspläne einreichen müssen, die jetzt nur noch Makulatur seien.

"Die Zuweisung der Dienstwohnung erfolgte zuletzt immer nur für den Zeitraum von zwei Jahren", hält der Anstaltsleiter entgegen. Das Ministerium gewährt zudem eine Umzugskostenvergütung — sogar in Fällen, in denen es nicht dazu verpflichtet sei. Obendrein gebe es Ansprechpartner, die bei der Wohnungsvermittlung helfen. Jary ist skeptisch, ob das greift: "Der Staatssekretär stellte uns die Übernahme von eventuellen Maklergebühren in Aussicht. Dabei sind die nach der neuen Gesetzeslage vom Vermieter zu zahlen..."