1. Lokales

Kristina Axtmann hat nur Dank der Hilfe ihrer Ersthelfer überlebt

„Von Herzen Danke, dass ich noch lebe“ : Rührender Appell für die Erste Hilfe

„Von Herzen Danke, dass ich noch lebe und weiter meine Kinder aufwachsen sehe. Die Leute, die mir geholfen haben, sollen stolz auf sich und ihren Beruf sein!“ Für Kristina Axtmann ist es ein emotionaler Moment ...

Am Abend des 9. September 2019 war die 32-jährige auf dem Heimweg von der Arbeit, als sie bewusstlos zusammenbrach. Glücklicherweise war sie schnell von Menschen umgeben, die sich vorbildlich und fachgerecht um sie kümmerten. Zunächst leisteten Passanten Erste Hilfe, bevor ein Rettungssanitäter-Team der Wuppertaler Malteser die Reanimation einleitete. Nach zwei Tagen Krankenhaus und künstlichem Koma machte sie über die Medien die Helfer ausfindig.

Nun erschien Kristina Axtmann in Begleitung ihrer Mutter in der Malteser-Geschäftstelle, um ihre Lebensretter persönlich kennenzulernen. Die beiden Frauen, die noch deutlich unter den Eindrücken der vergangenen Woche stehen, haben als Symbol ihrer Dankbarkeit einen Kuchen gebacken. Der Kreisgeschäftsführer der Malteser, Andreas Van den Borre, überreicht im Gegenzug einen von den Maltesern künstlerisch gestalteten Gutschein für einen Erste Hilfe-Kurs. Daran teilzunehmen ist nämlich der feste Entschluss, den Kristina Axtmann gefasst hat, kurz nachdem sie ihr Bewusstsein wieder erlangt hatte. „Wo jemand Hilfe braucht, soll man an die Menschen herangehen.“ Mit diesem Appell möchte sie „möglichst viele erreichen“.

Genau das ist natürlich auch das Interesse der professionellen Unfall-Erstversorger. Denn bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand ist für das Überleben und die Vermeidung von Hirnschäden neben der fachgerechten Durchführung entscheidend, dass die Hilfe schnell erfolgt. Notarzt Björn Stieger erklärt: „Dass die Patientin ohne jedes Defizit davon gekommen ist, ist das Verdienst der Ersthelfer.“ Und je mehr von uns als Ersthelfer eingreifen können, desto besser. Die Malteser bieten, ebenso wie auch die anderen Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter und DRK, einmal im Monat Erste Hilfe-Schulungen an. Die sind obligatorisch für Führerschein und Betriebshelfer, aber gerade auch dafür geeignet, das Wissen um die Erste Hilfe aufzufrischen. Übrigens ist für Wuppertal auch die „Mobile Retter-App“ geplant, über die ein qualifizierter Ersthelfer in Einsatznähe aufgespürt werden kann, der bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Maßnahmen einleitet.

Als Risikopatientin muss Kristina Axtmann sich nun an das Leben mit einem implantierten Defibrillator gewöhnen, der bei Bedarf einen Stromstoß auslöst, damit sich die Herzmuskelaktivität normalisiert. Durch diesen neuen künstlichen Körperteil ist nicht nur vorübergehend die Beweglichkeit ihres linken Armes eingeschränkt, sondern sie muss auch stark elektromagnetischen Felder meiden. Ein Gerät, das solche Felder erzeugt, ist beispielsweise auch der Induktionsherd; das ist für alleinerziehende Mutter dreier Kinder zwischen vier und 13 Jahren Grund zu der Sorge, dass sie ihre aktuelle Ausbildung zur Hauswirtschafterin nicht fortsetzen kann.

Ohnehin muss sie in der nächsten Zeit kürzer treten, denn es sind erst einmal einige Untersuchungen fällig: zunächst in der Wuppertaler Kardiologie und dann im Institut für Genetik von Herzerkrankungen, das zum Universitätsklinikum Münster gehört. Hier ist man auf unklare Herzstörungen spezialisiert und schaut unter anderem auf familiäre Formen und genetische Faktoren. Schließlich ist ein plötzlicher Zusammenbruch in jungen Jahren und mit gesundem Herzen ungewöhnlich.