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Schutz gegen Diebstähle in der Kohlfurth: Historische Museumsbahn mit High-Tech

Schutz gegen Diebstähle in der Kohlfurth : Historische Museumsbahn mit High-Tech

Mehrfach hatten in den vergangenen Monaten Metalldiebe Fahrdraht bei den Bergische Museumsbahnen gestohlen. 50.000 winzige Metallplättchen sollen jetzt erneuten Diebstählen vorbeugen.

Die Bergische Museumsbahnen (BMB) hat es schwer getroffen. "Diebe haben zwischen vergangenem November und diesem Sommer 1,2 Kilometer Kupfer-Fahrdraht gestohlen", berichtet Michael Schumann als Erster Vorsitzende des Vereins. "So ist ein Schaden von mehr als 50.000 Euro entstanden." Ohne die Hilfe von Sponsoren und einer Welle der Hilfsbereitschaft hätte dies das Aus für den Verein bedeuten können.

Medienberichte über die dreisten Diebstähle riefen das Wuppertaler Sicherheitsunternehmen "S.E.S. Safety" auf den Plan. "Wir bieten forensische Sicherheitslösungen, wie beispielsweise die Markierung von Wertgegenständen mit künstlicher DNA an", erklärt Unternehmenssprecher Dirk Brückmann. "Wir wollten den BMB helfen, damit es zu keinen weiteren Fahrdraht-Diebstählen kommt."

Dafür hat das Unternehmen das Material für eine komplette Fahrdrahtmarkierung mit einem speziellen Lack und Microdots gesponsert. Microdots sind winzige, weniger als 0,5 mal 0,5 Millimeter kleine, rechteckige Metallplättchen. Auf ihnen steht, natürlich steht in Mikroschrift, "BMB 2016". Angebracht werden sie mit Hilfe eines UV- und wetterbeständigen Lacks.

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Inzwischen wurden die durch Metalldiebe entstandenen Schäden an der 3,2 Kilometer langen Museumsstraßenbahnstrecke zwischen der Kohlfurt und Cronenberg repariert. Am vergangenen Wochenende montierten Vereinsmitglieder die rund 50.000 Microdots auf dem Fahrdraht an. "Mit dieser weltweit einmaligen Markierung sind selbst kleine Teile unseres Fahrdrahts eindeutig identifizierbar" freut sich Schumann über den neuen Schutz gegen Diebe. "Und der Lack hält fast ewig", betont Brückmann. "Auf jeden Fall mindestens so lange wie der Draht..."

Um potenzielle Diebe schon vor der Tat abzuschrecken, werden entlang der Bahntrasse Warnschilder in sechs Sprachen aufgehängt, die auf die Microdots-Markierung hinweisen. Auf den Schildern befindet sich eine Telefonnummer, über die Spaziergänger verdächtige Beobachtungen an eine Sicherheitszentrale melden können. Zudem sind die Drähte elektronisch gesichert. "Dazu können wir keine Details nennen ", sagt Schumann.

Außerdem wurden alle Wege zur Trasse gesichert, damit Fahrzeuge nicht mehr in die Nähe des begehrten Materials fahren können.