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Unliebsame Begegnung: Frau mit Hundebiss zurückgelassen

Unliebsame Begegnung : Frau mit Hundebiss zurückgelassen

Susanne B. ging am 7. April mit ihrer Hündin spazieren, als sie auf einem Wanderweg in Düssel einem Paar mit unangeleintem Hund begegnete. Eine tiefe Bisswunde im rechten Oberschenkel, die in zwei Schichten mit 13 Stichen genäht wurde, erinnert sie noch heute an den Samstagnachmittag vor zwei Wochen.

Was tiefer als die Wunde sitzt: Die Hundehalter haben sie ohne Preisgabe ihrer Identität auf dem Feldweg zurückgelassen. "Ich hatte die Leute gebeten, ihren Hund anzuleinen. Erst nach wiederholter Aufforderung machte die Frau Anstalten, ihren Hund festzunehmen. Doch da war es schon zu spät", erzählt die 58-Jährige im Rundschau-Gespräch. Der blonde Labrador-Mix, der bezüglich Kopfform und Schnitt seines Gesichts an einen Kampfhund erinnert, versuchte mit fletschenden Zähnen die angeleinte Hündin zu packen.

"Ein völlig abnormes Verhalten eines Rüden gegenüber einer läufigen Hündin", weiß Hundehalterin Susanne B. Doch damit nicht genug. Der Hund sprang auch an ihr hoch und zog ihr einen Reißzahn durch den Oberschenkel.

Ihre Hose war zerrissen und blutgetränkt. Durch den Riss konnte man in die tiefe Fleischwunde sehen. Davon nahmen sich die unbekannten Hundehalter jedoch nichts an. Sie rückten beharrlich weder ihren Namen noch ihre Adresse heraus. Susanne B. gelang es, ein Foto von den Personen und ihrem Hund zu machen. Die Handynummer, die ihr die Frau dann doch noch gab, erwies sich später als falsch. "Ich hatte es geahnt, denn als ich die Nummer an Ort und Stelle ausprobiert habe, erklärte mir die Frau ganz schnell, sie habe ihr Handy nicht dabei."

Kurz darauf waren die Leute in Richtung Düssel auf und davon. "Und das obwohl ich noch gesagt habe, dass mein Kreislauf verrückt spielt und mir übel wird", ist Susanne B. noch immer entsetzt und vermutet: "Der Hund hat möglicherweise nicht zum ersten Mal Unheil angerichtet."

Dass das Tier nun möglicherweise weiterhin unangeleint und ohne Maulkorb unterwegs ist und die Halter unbestraft davon kommen, hätte möglicher Weise vermieden werden können. Mit ihrem Anruf der Notnummer 110 konnte Susanne B. die diensthabende Polizeibeamtin nicht dazu bewegen, einen Wagen zur Ermittlung der Täter zu schicken. Den angebotenen Krankenwagen lehnte sie ab, ihr Mann war bereits unterwegs, um sie auf dem Feldweg abzuholen und ins Krankenhaus zu fahren.

Natürlich hat Susanne B. Anzeige erstattet. Gegen Unbekannt. "Wer weiß, wo die Leute herkamen. Vor allem viele Wuppertaler Hundebesitzer nutzen Düssel als Naherholungsgebiet." Sie hofft, dass der Polizei vielleicht das Foto des Hundes und der Halter auf die Spur hilft. Auf Rundschau-Nachfrage sagte eine Polizeisprecherin: "Das Bild ist polizeiintern veröffentlicht worden. Wir ermitteln wegen Körperverletzung, leider fehlen noch konkrete Ansätze."

Falls sich das Paar ausfindig machen lässt, könnte dann die falsche Handynummer doch noch nützlich werden. Inzwischen hat sich ein Mann aus Münster gemeldet, dem die Nummer gehört und der beim "Probeanruf" einen Teil der Szenerie mitgehört hat. Er hat sich der Polizei bereits als Zeuge zur Verfügung gestellt.