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Oper: „Fast schon ein Musical“

Oper : „Fast schon ein Musical“

Tenor Sangmin Jeon ist neu im Wuppertaler Opernensemble. Sein Wuppertaler Debüt gab er in "Hoffmanns Erzählungen", jetzt singt der Koreaner die Hauptrolle des Prinzen in "Die Liebe zu den drei Orangen".

Sagmin Jeon ist glücklich, hier in Wuppertal ist sein großer Wunsch in Erfüllung gegangen, als Solist in einem Opernensemble zu glänzen. "In meiner Heimat Korea hätte ich diese Chance wohl nie bekommen. Dort gibt es nicht so viele Opernproduktionen und für Anfänger ist es besonders schwer. Außerdem kommt die Oper aus Europa, also wollte ich auch hier mein Studium beenden", berichtet der Sänger, der vor seinem Engagement in Wuppertal fünf Jahre neben seinem Studium im Bremer Opernchor sang.

Mit Wuppertal als Stadt hat er sich noch nicht so recht angefreundet, ist auf der Suche nach den netten Ecken und dem Grün. Doch auch in dieser Hinsicht ist Sagmin optimistisch, seine Wahlheimat bald besser zu kennen. Bremen, mit seiner Altstadt, dem Schnoorviertel, hat es ihm da leichter gemacht.

"Nach meinem ersten solistischen Engagement am Theater in Neustrelitz wollte ich weiter als Solist arbeiten, also bin ich zum Vorsingen aufgebrochen und hatte Glück. Berthold Schneider hat mich engagiert. Es ist schön, bei einem Neuanfang dabei zu sein und das noch mit einem so tollen Spielplan", freut sich der Koreaner, der mitten in den Proben zu "Die Liebe zu den drei Orangen" steckt. Ein Stück, das er vorher nicht kannte, aber von der Musik war er direkt fasziniert. "Einfach genial, die Musik von Prokofjew, und die Inszenierung verspricht eine große, bunte, opulente Show zu werden, fast schon wie ein Musical. Es ist ein Stück über das Theater im Theater, mal fiktiv, mal realistisch für Menschen jeden Alters", ist dem Sänger seine Begeisterung anzumerken.

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Zusammen mit Regisseur Sebastian Welker erarbeitet sich Sagmin nun die Hauptrolle des Prinzen, die ihm zu Beginn sehr einfach erschien. "Aber das ist nicht der Fall, die Figur ist vielschichtig und kompliziert, hat aber eine Menge mit mir zu tun. Auch ich bin etwas schüchtern, noch ein wenig ein Junge, der erwachsen wird. Die Rolle muss sich entwickeln. Das Stück ist eine Komödie, hat irrsinnig viel Witz und märchenhafte Elemente ohne ein Märchen zu sein. Man kann lachen, sich fragen, wo das Theater anfängt, wo die Realität aufhört, die Zuschauer können sich im Stück wiederfinden, sich mit den Figuren identifizieren und wir erzählen ganz viel über den Alltag im Theater. Ich bin sicher, dass wir mit dieser Bühnenshow alle Altersklassen ansprechen", freut sich Sagmin Jeon auf die Premiere.

Nur ein kleiner Wermutstropfen ist für ihn dabei: "Bisher hat mich nur meine Schwester hier auf der Bühne gesehen. Es wäre so toll, wenn mich auch meine Familie sehen könnte. Doch die Entfernung ist groß und es fehlt im Moment die Zeit, da meine Eltern arbeiten müssen".