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Elberfelder Einzelhändler und Stadtverwaltung: Erneuter Offener-Sonntag-Streit

Elberfelder Einzelhändler und Stadtverwaltung : Erneuter Offener-Sonntag-Streit

Seit dem 1. September liegt der Stadt ein Antrag der IG1 für einen verkaufsoffenen Sonntag in Elberfeld am 3. Dezember vor. Außer einer Eingangsbestätigung soll es keine weitere Reaktion gegeben haben — und das Thema steht auch nicht auf der Tagesordnung der Ratssitzung am Montag (25.

September 2017).

Dezernent Matthias Nocke. Foto: Stadt Wuppertal

Die Gewerkschaft "ver.di" hatte zudem angekündigt, wie im Vorjahr erneut gegen den verkaufsoffenen Sonntag vorzugehen. Deshalb gehen die Händler jetzt auf die Barrikaden: "Der Rat muss jetzt in der Verwaltung für klare Verhältnisse sorgen", forderte Handelsverbands-Geschäftsführer Ralf Engel am Mittwoch (20. September ) vom Rat der Stadt Wuppertal. Der zuständige Beigeordnete Matthias Nocke weist die Vorwürfe allerdings genauso deutlich zurück.

"Wir haben ein hohes Interesse an einer attraktiven Innenstadt und einem florierenden Handel und wollen niemanden ausbremsen", so Nocke auf Rundschau-Anfrage. Knackpunkt des Themas ist nach seiner Darstellung der Inhalt des Antrags, den die IG1 bei der Stadt eingereicht hat. Anlass für den verkaufsoffenen Sonntag ist der Weihnachtsmarkt in der Elberfelder City, der allerdings nicht mehr von der IG1, sondern von der Stadt selbst veranstaltet und in deren Auftrag von der Cultura GmbH durchgeführt wird.

Offenbar insgesamt eine komplizierte Gemengelage. "Die Verwaltung ist bemüht, aus den Antragsunterlagen, die uns vorliegen, das Beste zu machen. Wir brauchen eine Ratsvorlage, die rechtssicher ist und wollen das so schnell wie möglich auf die Rampe schieben." Daniel Kolle (ver.di) hatte die Eingabe der Händler im Vorfeld als "Zumutung" bezeichnet.

Am Freitag soll es nun ein Gespräch mit den Beteiligten geben, in dem Nocke wieder Bewegung in das Verfahren bringen und zeitnah zu einer Lösung kommen will. "Ich würde bevorzugen, wenn man mehr miteinander statt übereinander redet", zeigt er sich von dem Vorstoß der IG1 aber auch überrascht.

Der Handel sieht sich unabhängig davon ins Abseits gestellt. "Wir hätten nicht gedacht, dass wir nach den Diskussion im Vorjahr wieder hier sitzen", so Ralf Engel, "irgendwann wird man in die Rolle des Bittstellers gedrängt. Dabei ist der Handel der drittgrößte Wirtschaftsfaktor in der Stadt." Katrin Becker, Center-Managerin der City-Arkaden, legt nach: "Als wir unsere Wünsche für verkaufsoffene Sonntage 2017 vorgestellt haben, wurden uns die Termine zum Elberfelder Cocktail und dem Weihnachtsmarkt als safe signalisiert. Man muss dabei ja auch sehen, was dem Handel in Elberfeld in den letzten drei Jahren zugemutet worden und an Umsatz verloren gegangen ist."

Den 3. Dezember habe man als Termin ganz bewusst gewählt, um sich von den Nachbarstädten abzusetzen, ergänzt Kaufhof-Chefin Angelika Finkernagel. Auch sie stehe jetzt im Regen, was die Personalplanung angeht. "Wir arbeiten da nach dem Freiwilligkeitsprinzip und zahlen über den Tarif hinaus auch Sondergratifikationen, da rechnen viele Mitarbeiter mit."