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Diffuse Aufzugskosten

Diffuse Aufzugskosten

In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Peter Jung machte der Südstädter Bürgervereinsvorsitzende Ralph Hagemeyer seinem Ärger Luft. Grund für die Aufregung ist, dass der Bürgerverein über die Arbeit der Stadtverwaltung mit dem von ihm vorgeschlagenen Aufzug-Projektes am Hauptbahnhof (Rundschau berichtete) gänzlich unzufrieden ist.

Dabei hatte Oberbürgermeister Peter Jung den Aufzug für die Südstadt als einen besonders wichtigen Teil des Döppersberg-Umbaus bezeichnet. Soweit so gut. Allerdings sind sich die Stadtverwaltung und der Bürgerverein über die Kosten uneins. Kam der Bürgerverein auf rund 240.000 Euro für den Aufzugbau, geht das Gebäudemanagement mittlerweile von rund 1,2 Millionen Euro aus. Das erfuhr der Bürgervereinsvorstand von Planungsdezernenten Frank Meyer. Denn die von Oberbürgermeister Peter Jung zugesagte detaillierte Kostenaufstellung kam beim Bürgerverein nicht an.

Irritiert zeigen sich die Südstädter auch über Medienberichte, nach denen Meyer über eine Ausweitung des ursprünglichen Vorhabens nachdenkt. Dies würde aber den bereits im Frühjahr 2014 getroffenen Abmachungen widersprechen. "Wenn man die gesamte Regenüberdachung abreißen und nach Verlängerung des Personenaufzugs zur Distelbeck komplett neu aufbauen würde, dann scheint uns die gewaltige Steigerung der Kostenkalkulation auf das Fünffache allerdings erklärbar", so Ralph Hagemeyer.

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Auch im Hinblick auf den Unterhalt des Aufzugs gibt es unterschiedliche Rechenbeispiele — allein im Rathaus. So sprach OB Jung von 10.000 Euro, Meyer rechnet aber wenigstens mit 30.000 Euro. "Wir gewinnen inzwischen den Eindruck, dass die Stadt erreichen möchte, dass wir von zu hohen Kosten und damit einem nicht aufbringbaren Eigenanteil der Stadt ausgehen sollen. Als Grund können wir uns nur vorstellen, dass wir abgeschreckt werden sollen", schreibt Ralph Hagemeyer.

Zwischenzeitlich hat die Stadtspitze mehrfach und ausführlich auf die Kritik seitens des Bürgervereins geantwortet — allerdings nicht in einem offenen Rückschreiben. Seitdem ruht die öffentliche Diskussion. "Das muss man einfach in Ruhe und vernünftig besprechen", erklärt Jung. Außerdem könne er nur die Zahlen und Kalkulationen wiedergeben, die ihm von Stellen in der Verwaltung und der Deutschen Bahn mitgeteilt würden.

Einen neuen Anlauf wollen beide Seiten nun am 28. Mai mit dem Oberbürgermeister und den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern unternehmen.

(Rundschau Verlagsgesellschaft)