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„Der wahre Beginn des Holocaust“

Gedenkstunde läuft virtuell : „Der wahre Beginn des Holocaust“

Wegen der Corona-Pandemie wird die Wuppertaler Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus zum internationalen Holocaust-Gedenktag in diesem Jahr als Online-Veranstaltung stattfinden. Pünktlich zum Mittwoch (27. Januar 2021) ist die Aufzeichnung der Veranstaltung, die ausnahmsweise vorab und ohne Gäste aufgenommen wurde, auf der Homepage der Stadt abrufbar.

Mitzuerleben ist die Stunde der Erinnerung ab dem 27. Januar 2021 – und auch noch darüber hinaus – unter diesem Link.Das Hauptthema der diesjährigen Veranstaltung lautet: „2021 – vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941: Beginn des Holocaust mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Sowjetunion“. Dies ist, so Ulrike Schrader, die Leiterin der Wuppertaler Gedenkstätte Alte Synagoge, „der wahre Beginn des Holocaust, ein wichtiges Datum, das leider allzu oft in Vergessenheit gerät, und auch im Schulunterricht fast nie vorkommt.“

Ulrike Schrader, die sehr bedauert, das der aktuelle Holocaust-Gedenktag erstmals seit 20 Jahren nicht in (Programm-)Kooperation mit einer Wuppertaler Schule stattfinden kann, erinnert im Zusammenhang mit dem Einmarsch der Wehrmacht in die UdSSR an das Massaker von Bialystok am 27. Juni 1941: Unter dem Kommando eines Wuppertalers ermordete das Polizeibatallion 309 über 900 jüdische Männer, Frauen und Kinder in der weißrussischen Stadt. Erst 1967 kam es in Wuppertal zu einem Prozess gegen die Verantwortlichen dieses Verbrechens.

 Die Gleise zur Selektionsrampe im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
Die Gleise zur Selektionsrampe im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Foto: Wuppertaler Rundschau / Stefan Seitz

Auf dem online erlebbaren Programm des Wuppertaler Holocaust-Gedenktages stehen eine Lesung des Gedichtes „Babi Jar“ von Jewgeni Jewtuschenko (1961) in der Übersetzung von Paul Celan. Es liest Philipp Schepmann. Außerdem gibt es ein Gespräch zwischen Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Begegnungsstätten-Leiterin Ulrike Schrader. Musikalisch zu hören sind Max Bruchs „Kol Nidre“ in einer Version für Geige und Orgel, gespielt von Jakob Schatz und Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk. Veranstalter sind die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal und die Stadt Wuppertal.