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Rodungen an der L418: Wieder der jährliche Kahlschlag

Rodungen an der L418 : Wieder der jährliche Kahlschlag

Betr.: Rodungen an der L418

Den Oktober und den November eines Jahres erkennt man auch daran, dass entlang der Straßen, sei es Landes- oder Bundesstraßen und/oder an den Bundesautobahnen der jährliche bis Februar andauernde Kahlschlag stattfindet.

Ein leider gutes Beispiel dafür sind die derzeitigen Rodungsmaßnahmen entlang der L418 auf den Südhöhen. Bis auf ein paar Alibi-Bäume hat man vom Tunnel Burgholz bis zum Lichtscheider Wasserturm alle am Fahrbahnrand befindlichen Bäume und Sträucher gerodet. Man möge mir bitte nicht damit kommen, dass es sich dabei bei allen um Gefahrenbäume handelt. Und mit einem gärtnerischen Bei- und oder Rückschnitt (Läutern) hat dies auch nichts zu tun.

Es ist verständlich, dass Gehölze nicht die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gefährden dürfen, indem sie die Sicht auf Schilder, Ampeln oder Kreuzungen verdecken. Ich war immer im Glauben, dass Bäume, die am Straßenrand stehen, auch eine lärmschützende Funktion erfüllen. Des Weiteren, dass die Kronen der am Straßenrand stehenden Bäume dabei einen erheblichen Teil der Abgase umwandeln. Besonders Laubbäume nehmen viel Kohlendioxid auf und wandeln dieses in Sauerstoff um. So tragen die Bäume zur Sauberkeit der Luft bei und filtern auch den Feinstaub. Sie dienen unter anderen als Sicht-, Blend- und Windschutz. Außerdem bieten sie Lebensraum für Säugetiere, Vögel und Insekten.

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Warum man dann an der immer stärker frequentierten L418 diesen Kahlschlag angesetzt hat, dafür fehlt mir bei der Diskussion in Bezug auf den Klimawandel und wie unsereins Kohlendioxid reduzieren kann und soll beziehungsweise wie man Kohlendioxid umwandeln könnte, jegliches Verständnis.

Und einmal dabei, möchte ich erneut auf die zubetonierten Verkehrsinseln Wettiner Straße/Obere Lichtenplatzer Straße/Müngstener Straße hinweisen, welche im Rahmen der Umbaumaßnahmen Lichtscheider Kreisel neu geschaffen wurden. Andere Städte, Gemeinden und Kreise sind diesbezüglich deutlich flexibler und spontaner, bei solchen Maßnahmen auch für entsprechendes Grün zu sorgen, anstatt jeden Quadratmeter zu versiegeln.

Dies gilt meiner Meinung nach auch für andere Baustellen im Stadtgebiet, zum Beispiel Uellendahler Straße: Auch hier wäre meines Erachtens an mehreren Stellen Platz für eine Baumscheibeneinfassung vorhanden. Natürlich auch auf den großen versiegelten Parkplätzen der Discounter: Hier könnten vernünftige Laubbäume entsprechenden Schatten spenden und nebenbei für ökologisch wertvolle Lebensräume sorgen.

Das Wuppertal grüner wird, sehe ich nicht, eher das Gegenteil ist der Fall: Da helfen auch die fünf Neupflanzungen am Kreisel nicht, die man auch als Ersatzpflanzungen für die bei den dortigen Umbaumaßnahmen gefällten Bäume bezeichnen kann.

Bernd Gläßel