Helios Klinikum: Renommierte Forscherin und Ärztin für Frauen mit Brustkrebs

Helios Klinikum : Renommierte Forscherin und Ärztin für Frauen mit Brustkrebs

Prof. Vesna Bjelic-Radisic verstärkt seit September das Team der Landesfrauenklinik am Helios Universitätsklinikum Wuppertal und hat die Leitung der Sektion für Senologie übernommen. Sie kommt aus der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Graz nach Wuppertal, wo sie das Brustzentrum aufgebaut und geleitet hat.

Die Brustkrebs-Spezialistin und renommierte Wissenschaftlerin mit zahlreichen Publikationen, Fach- und Buchbeiträgen im Bereich der Senologie, Urogynäkologie und Lebensqualitätsforschung hat in vielen nationalen und internationalen Projekten die Studienleitung übernommen. Zurzeit koordiniert sie zwei große internationale EORTC-Projekte. Darüber hinaus war sie an die Erstellung von verschiedenen Leitlinien beteiligt.

Das Helios Klinikum hat sieben Fragen an die neue Kollegin gestellt.

Was hat Sie bewogen nach Wuppertal zu kommen? Das ist ja nicht die erste Idee, auf die man mit einer festen Anstellung in Österreich kommt.

Mein Wechsel hat eine berufliche und eine private Seite: Für mich stellt es eine große Herausforderung dar, noch einmal den Aufbau einer Spezialabteilung für Patientinnen mit Brustkrebs zu organisieren. In Graz ist mir das schon mit Erfolg geglückt. Zudem ist mein Mann beruflich viel in Deutschland unterwegs und unsere Kinder studieren oder arbeiten in Nordrhein-Westfalen. Das sind schon gute Gründe, nach Wuppertal zu kommen.

Wie kamen Sie dazu, Ihre Laufbahn der Behandlung von Frauen mit Brustkrebs zu widmen?

Der Brustkrebs ist eine Erkrankung, bei der von mir als Ärztin ein breites Wissensspektrum erwartet wird. Ich kann chirurgisch arbeiten, benötige aber auch profunde Kenntnisse in der systemischen Therapie, also in der Behandlung mit Medikamenten. Ich habe außerdem immer gerne klinische Forschung gemacht, wollte eine Ärztin sein, die ganz eng mit Menschen arbeitet. All das lässt sich hervorragend in der Senologie vereinen.

Gibt es neue therapeutische Verfahren, die betroffenen Frauen Mut machen können? Was sagt die aktuelle Forschung?

Brustkrebs kann heute in der überwiegenden Zahl der Fälle geheilt werden. In den anderen Fällen muss man Brustkrebs als chronische Erkrankung betrachten. Man kann damit sehr gut leben, mit einer guten Lebensqualität. Selbst wenn der Krebs wiederkommt, gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten. Aktuell wird in die Brustkrebsforschung viel investiert. Der Trend geht dabei zur immer individuelleren Therapie, die teilweise direkt auf die Tumorzellen zielt.

Was sind Ihre Schwerpunkte in der Therapie?

Ich arbeite seit 25 Jahren in der operativen Therapie, der systemischen Therapie und der Nachsorge. Ich bin spezialisiert auf onkoplastische Verfahren, also die Entfernung eines Tumors bei gleichzeitiger ästhetischer Korrektur der Brust. Auch rekonstruktive Verfahren, also der Wiederaufbau der Brust gleichzeitig mit der Tumorentfernung oder zu einem späteren Zeitpunkt, sowie prophylaktische Operationen bei einer familiären Belastung zähle ich zu meinen Schwerpunkten.

Wie werden Sie zukünftig auch in der Forschung Akzente setzen?

Mein Ziel ist es, dass sich die Landesfrauenklinik an einer möglichst großen Palette an Studien beteiligt, um unseren Patientinnen die modernsten Verfahren anbieten zu können. Ich finde nämlich, dass meine Patientinnen ein Recht auf die beste Behandlung haben. Besonders im Bereich der sogenannten triple-negativen Karzinome, einer Krebsart, von der vor allem jüngere Frauen betroffen sind, gibt es neue Ansätze. Bis jetzt mussten wir diese Patientinnen immer mit der Chemotherapie behandeln. Doch es gibt neue Ansätze mit gezielt wirkenden Medikamenten. In diesem Bereich wird die Forschung sicher in den nächsten Jahren weitere Fortschritte erzielen.

Was raten Sie Frauen, die eine Brustkrebsdiagnose bekommen haben, zuallererst?

Auch wenn es banal klingt: Das Leben geht weiter. Brustkrebs ist eine Erkrankung, mit der man gut leben kann. Allerdings sind die ersten Jahre gefüllt mit unzähligen Behandlungs- und Nachsorgeterminen. Wichtig ist mir dabei, dass meine Patientinnen ihre Ziele, die sie sich für ihr Leben gesteckt haben, nicht aufgeben.

Wo sehen Sie die Senologie an der Landesfrauenklinik heute? Und wo in fünf Jahren?

Ich habe hier ein sehr engagiertes Team um Herrn Prof. Fleisch vorgefunden, das eine gute Patientenbetreuung in allen Bereichen der Landesfrauenklinik macht. Nun kommen noch meine Schwerpunkte hinzu. Ich denke, dass ich hier etwas Tolles entwickeln kann. In fünf Jahren möchte ich hier in Wuppertal ein Studienzentrum etabliert haben, in dem die Patientinnen sowohl medikamentös als auch operativ die jeweils aktuellste Therapie bekommen. Gleichzeitig möchte ich die Angebote im Bereich der Komplementärmedizin und mit Blick auf alternative Therapieverfahren weiter ausbauen. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier in Wuppertal ein der Top-Brustkrebszentren entsteht, das auch Strahlkraft über die Region hinaus entfaltet.

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