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Zum Welttag des Sehens:: Altersblindheit verhindern

Zum Welttag des Sehens: : Altersblindheit verhindern

Alljährlich am zweiten Donnerstag im Oktober macht der Welttag des Sehens auf das Thema Augengesundheit aufmerksam. Ziel der Kampagne ist es, heilbare und vermeidbare Blindheit zu überwinden. Mit steigendem Alter können mehrere Augenerkrankungen zur Erblindung führen. Zu den häufigsten Ursachen für einen Sehkraftverlust zählen die altersabhängige Makuladegeneration, die diabetische Retinopathie und das Glaukom. Werden sie früh erkannt und behandelt, lässt sich die Sehkraft erhalten.

Für Menschen mit Diabetes ist die diabetische Retinopathie eine Gefahr. Bis zu 60 Prozent der Diabetiker können nach langer Diabetesdauer diese Erkrankung entwickeln, da dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte die feinen Blutgefäße im Auge schädigen. Unterschieden werden zwei Formen: Bei der nicht proliferativen Retinopathie kommt es zu Gefäßveränderungen und Durchblutungsstörungen der Netzhaut. Die Sehzellen werden immer schlechter mit Nährstoffen versorgt. Da Betroffene anfangs kaum Sehstörungen haben, sind für Diabetiker Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt besonders wichtig. Werden Gefäßveränderungen frühzeitig erkannt, lassen sie sich etwa mit einer Lasertherapie behandeln. Bleibt eine Behandlung aus, kann eine proliferative Retinopathie entstehen, und eine Erblindung droht: Blutgefäße wachsen in die Netzhaut ein, es können sich Ödeme unter der Netzhaut im Bereich des schärfsten Sehens (Makula) bilden. Das kann zu starken Sehverlusten führen. Die Therapie erfolgt mit Laserbehandlungen oder Injektionen, bei denen Medikamente ins Auge eingebracht werden.

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Glaukom (Grüner Star)

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Foto: pexels.com cottonbro

Neben der diabetischen Retinopathie kann auch ein Glaukom das Augenlicht gefährden. Während im Alter von 40 Jahren lediglich 2,4 Prozent der Menschen betroffen sind, erhöht sich die Zahl ab dem 75. Lebensjahr bereits auf 8 Prozent. Das Problem: Die durch die Erkrankung verursachten Schäden am Sehnerv führen erst spät zu Sehstörungen. Zunächst bemerken Betroffene Ausfälle im äußeren Gesichtsfeld, dann auch beim zentralen Sehen. Eine der Ursachen für ein Glaukom ist ein erhöhter Augeninnendruck. Zur Vorsorge bieten Augenärzte Früherkennungsuntersuchungen an, die jedoch – wenn es keinen begründeten Verdacht gibt – privat bezahlt werden müssen. In den Untersuchungen wird unter anderem der Sehnerv untersucht, zur Behandlung stehen Augentropfen, Lasertherapien und Augenoperationen zur Verfügung.

Altersabhängige Makuladegeneration

Eine weitere zunehmende Gefahr für die Sehkraft im Alter ist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Sie kann sich ab dem 50. Lebensjahr entwickeln, mit zunehmendem Alter steigt die Möglichkeit einer Erkrankung. Unterschieden werden die trockene und feuchte Form. Während die trockene Form häufiger auftritt, verläuft die feuchte Form aggressiver und kann unbehandelt zur Erblindung führen. Ursache sind neu gebildete und brüchige Blutgefäße, die in die Netzhaut hineinwachsen. Aus ihnen tritt Flüssigkeit aus, die sich in und unter der Netzhaut ansammelt und die Sehzellen im Bereich des scharfen Sehens (Makula) zerstören kann. Typische Symptome sind verzerrtes Sehen und dunkle Flecken in der Mitte des Gesichtsfelds.

Augenarzt Dr. Thoralf Wecke vom Augenzentrum in Schönebeck bei Magdeburg erklärt: „Die trockene Makuladegeneration, die der feuchten AMD vorausgeht, ist von den Patienten oft nicht selbst erkennbar. Deshalb rate ich, ab dem 60. Lebensjahr zur Vorsorge zu gehen.“ Durch eine frühe Diagnose und Therapie lässt sich ein Fortschreiten der feuchten AMD glücklicherweise verhindern. Zur Diagnose wird die Netzhaut mithilfe einer optischen Kohärenztomographie (OCT) untersucht. Bestätigt sich der Verdacht, können Augenärzte die feuchte AMD mit Medikamenten behandeln, die mit einer Spritze in das Auge eingebracht werden. Für den Therapieerfolg ist allerdings eines entscheidend: Die Behandlung muss regelmäßig und dauerhaft durchgeführt werden.

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