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IHK-Abschlussprüfungen an ungewöhnlichen Orten

Corona-Pandemie : IHK-Abschlussprüfungen an ungewöhnlichen Orten

Rund 52.000 Auszubildende haben in dieser Woche in NRW ihre schriftlichen IHK-Abschlussprüfungen absolviert. Darunter waren auch 1.966 aus dem bergischen Städtedreieck Wuppertal, Remscheid und Solingen.

Dabei lief dieses Mal vieles anders als sonst, denn Covid-19 hat sowohl die Auszubildenden als auch die IHKs vor Herausforderungen gestellt. Thomas Meyer (Präsident der Bergischen IHK und von IHK NRW) freut sich, dass trotzdem alle angesetzten Prüfungen in Nordrhein-Westfalen über die Bühne gebracht werden konnten: „Uns war sehr wichtig, dass alle Azubis ihre Prüfungen noch vor den Sommerferien schreiben konnten. So erhalten sie – vorausgesetzt sie bestehen – rechtzeitig vor Ablauf ihres Ausbildungsvertrages ihren Abschluss und können als Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt durchstarten.“

Um dies sicherzustellen, haben die IHKs bundesweit die sonst übliche Reihenfolge der Prüfungsteile umgedreht. Praktische und mündliche Prüfungen, die einzeln abgelegt werden, wurden bereits seit Mai durchgeführt. Die groß angelegten schriftlichen Prüfungen wurden stattdessen aus dem Mai in den Juni verlegt. Meyer dankt hierfür insbesondere den landesweit mehr als 13.000 (800 im Städtedreieck) ehrenamtlichen Prüferinnen, Prüfern und Helfern, die außergewöhnliche Flexibilität und Einsatz bewiesen haben. Entscheidend für das Gelingen sei auch der enge Draht zu den Berufskollegs gewesen. Viele der Prüfungen finden in ihren Räumlichkeiten statt. Die durch das Virus notwendigen Abstandsregelungen haben jedoch zu einem deutlich höheren Raumbedarf geführt. Um diesem gerecht zu werden, hatte das Schulministerium sogar Unterrichtsausfall genehmigt.

Trotzdem war es notwendig, auch auf andere Prüfungsorte auszuweichen. Eine Ausnahmeregelung in der Corona-Schutzverordnung hat es möglich gemacht, mehr als 100 Menschen an einem Ort zu prüfen – selbstverständlich unter Einhaltung der notwendigen Abstandsregelungen. Thomas Meyer: „Mein Dank geht an Ministerin Gebauer und Minister Laumann und ihre Ministerien. Sie haben den Ernst der Lage früh erkannt und unsere Hinweise verantwortungsvoll, aber praxisnah berücksichtigt.“

Zu den außergewöhnlichsten der über 1.000 Prüfungsorte in NRW gehörten, neben Betrieben und Kongresszentren, einem Clubraum des CVJM sowie Turn- und Schützenhallen, auch Säle, die sonst eher für Karnevalssitzungen bekannt sind.