Corona-Pandemie Auch Wuppertaler Grundschulen hissen weiße Fahnen

Wuppertal · An zahlreichen Grundschulen in Wuppertal hängen seit Donnerstag (23. Dezember 2021) weiße Fahnen aus den Fenstern. Sie folgen damit einer Initiative aus Köln, mit der auf die wegen der Corona-Pandemie angespannte Lage und die zusätzliche Arbeitsbelastung aufmerksam gemacht werden soll.

 Collage mit den Bildern einige Wuppertaler Grundschulen.

Collage mit den Bildern einige Wuppertaler Grundschulen.

Foto: GEW Wuppertal

„Es ist an der Zeit, deutlich die Belastung der Lehrerinnen und -lehrer und Schulleiterinnen und -leiter anzuzeigen und für alle sichtbar zu machen. Wir leisten seit fast zwei Jahren jeden Tag mehr als wir können und erfahren dafür keine Entlastung“, heißt es in einem Aufruf. Man erwarte „nach den Ferien eine deutlich spürbare Unterstützung und Entlastung durch die Landesregierung“, so die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Wuppertal.

 Weitere Grundschulen, die an der Aktion teilnehmen.

Weitere Grundschulen, die an der Aktion teilnehmen.

Foto: GEW Wuppertal

Das leisten die Grundschulen laut GEW seit knapp zwei Jahren:
„Wir erstellen Hygienekonzepte und setzen diese um.
Wir arbeiten auf Zuruf des Ministeriums auch am Wochenende.
Wir arbeiten in maroden Gebäuden ohne Lüftungsgeräte.
Wir gehen mit Masken- und Testverweigerern um.
Wir ziehen Masken auf und an, sowie es entschieden wird.
Wir dokumentieren Sitzplätze akribisch.
Wir lüften alle 20 Minuten bei Hitze und Kälte.
Wir wechseln fließend zwischen Präsenz-, Distanz-, und Wechselunterricht.
Wir organisieren Notbetreuung in unterschiedlichen Szenarien.
Wir bekleben Hunderte von Teströhrchen.
Wir packen wöchentlich Hunderte Testsets zusammen.
Wir teilen Pools ein und registrieren Eltern.
Wir testen täglich Tausende Kinder.
Wir erhalten mehrmals wöchentlich Poolergebnisse zu nächtlichen Zeiten und müssen kurzfristig reagieren.
Wir nutzen unsere privaten Handys für die Kommunikation.
Wir führen von Montag bis Samstag Kontaktpersonenmanagement durch.
Wir telefonieren am Wochenende mit dem Gesundheitsamt und informieren die Eltern.
Wir empfehlen vorläufige Quarantänen und berechnen Quarantänezeiten selbständig.
Wir warten bis zu zehn Tage auf Rückmeldungen des Gesundheitsamtes.
Wir stellen Testbescheinigungen und Schulbescheinigungen aus.
Wir führen in kürzester Zeit Kontaktpersonenmanagement durch.Wir sorgen dafür, dass Teströhrchen morgens pünktlich in der Schule sind.Wir erhalten die Einzelergebnisse der Pools an Heiligabend, 24. Dezember 2021.
Wir arbeiten an neuen Medienkonzepten.
Wir setzen bis Juli 2022 die neuen Lehrpläne um.
Wir kompensieren den enormen Lehrermangel an den Grundschulen.
Wir lesen Coronaschutz- und Betreuungsverordnungen.
Wir fangen das Fehlen immer mehr Kolleginnen und Kollegen auf.
Wir gehen mit widersprüchlichen Anweisungen um.
Wir unterstützen und beraten Eltern in allen Belangen zu Corona.“

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