Die Geschichte der Königin von Saba findet sich auf zahlreichen Gemälden, in Romanen und Filmen: Nur wenige biblische Frauenfiguren haben die Menschen so fasziniert. Reich, mächtig und wissbegierig reist sie über 2.000 Kilometer von Äthiopien nach Jerusalem, um König Salomo zu treffen und sich von seiner Weisheit selbst zu überzeugen.
Eine Begegnung, die laut äthiopischen Erzählungen nicht ohne Folgen geblieben ist: Makeda, die Königin von Saba, verliebt sich in Salomo, lässt sich auf eine Affaire mit ihm ein und bekommt ein Kind von ihm: Menelik I., Stammvater der äthiopischen Könige.
Humorvolles Musical für die ganze Familie
„Ob es diese Königin je gegeben hat, ist fraglich. Aber ihre Geschichte hat einfach alles, was man für ein unterhaltsames und spannendes Musical braucht“, sagt Andreas Paul. Daher war er sofort begeistert, als in der evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-West im letzten Herbst die Idee entstand, ein Laienschauspiel über die Königin von Saba aufzuführen. Am 8. Mai findet nun die Premiere in der Sophienkirche statt. Danach gibt es noch zwei weitere Aufführungen.
Mit Musicals kennt der 64-jährige Betriebswirt sich aus: Zehn Jahre hat er für das „Theater Flitzebogen“ in Ennepetal mit Kita- und Schulkindern Aufführungen gestaltet. Der begeisterte Hobbymusiker setzte sich also direkt ans Keyboard, schrieb die Texte, sechs Songs und 25 Soundtracks für „Makeda“ – als humorvolles Musical für die ganze Familie.
Der Reiz des Laienschauspiels
Dann wurden mit der Kirchenmusikerin der Gemeinde, Katharina Grulke, ein 13-köpfiger Chor zusammengestellt und neun Laienschauspieler ausgesucht. Es wurden Kostüme geschneidert, ein Bühnenbild gestaltet und die notwendige Technik für das Musical angeschafft. Mindestens 500 Stunden hat Andreas Paul seither in „Makeda“ investiert. Überall legt er selbst Hand mit an, weil es ihm einfach Spaß macht.
„Wir sind eine Laienspielgruppe und nicht perfekt. Doch gerade das macht den Reiz aus“, ist Andreas Paul überzeugt: „Die Menschen sollen Spaß haben, wenn sie unser Musical anschauen, aber durchaus auch eine Botschaft mitnehmen.“
Gut regieren statt Krieg führen
Für den Musicalautor liegt diese Botschaft in der Begegnung zweier mächtiger Menschen, die sich selbst hinterfragen und nach Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand für ihr Volk suchen. „In der Schlüsselszene, in der Makeda Salomo prüfende Fragen stellt, wird deutlich, dass die beiden Herrschenden um ihre Schwächen wissen und sich Klarheit durch die Begegnung mit Gott erhoffen.“
In Bibel werde also durchaus der Anspruch erhoben, dass zum guten Regieren Weisheit gehöre, betont Andreas Paul. „Sie zeigt sich in einer guten Kommunikation der Herrschenden, die sich austauschen und voneinander lernen wollen statt sich zu bekriegen. Das ist hochaktuell.“
„Was man schafft mit Gottes Kraft“
Szenen zum Lachen gibt es aber auch reichlich, etwa über die Hofdamen der Königin oder die Räuber, die die Reisegruppe in der Wüste überfallen und schließlich mitkommen müssen nach Saba, um dort dem Staat zu dienen.
Wie es sich für ein Musical gehört, endet das Stück mit einem großen Fest 20 Jahre nach der Begegnung von Makeda und Salomo. Dann nämlich, wenn sie die Regierungsgeschäfte an den gemeinsamen Sohn Menelik übergibt. Da kommen dann noch mal alle Themen des Musicals vor, verbunden mit einem schlichten Ohrwurm: „Ihr habt gesehen, was man schafft mit Gottes Kraft.“