Grasgrüne Mallack-Visionen

Die Sportfreunde 03 Wuppertal planen eine "Natur-Zukunft" für den Herbert-Maurer-Sportplatz. Die Stadtverwaltung ist skeptisch.

Nach ihrer Fusion nennen sich die beiden Wichlinghauser Fußballvereine Schwarz-Weiß Wuppertal und Sportfreunde Wichlinghausen jetzt Sportfreunde 03 Wuppertal. Der Name ist vielen allerdings nicht sehr geläufig. Auch sportlich hat die Fusion noch nicht viel bewirkt. Die erste Mannschaft nimmt in der Kreisliga B nach vier Spieltagen den elften Rang ein.

Nach dem Tod von Jürgen Weber wurde Ernst Werner Quambusch zum 1. Vorsitzenden gewählt. Quambusch hat im Spitzensport als Vorsitzender die SSF-Wasserballer gemanagt, schrieb Drehbücher, die verfilmt wurden, und ist aktuell Theaterleiter der drei "Kammerspielchen"-Standorte Wuppertal, Mettmann und Solingen- Gräfrath.

Und Quambusch hat Pläne: Auf dem ehemaligen Schwarz-Weiß-Platz, der den Namen von Urgestein Herbert Maurer trägt, planen die Sportfreunde einen Naturrasen. "Wir haben ein Angebot von 250.000 Euro, auch über die Finanzierung laufen die Gespräche", gibt sich Quambusch zuversichtlich. Der Vereinschef hat die Mallack-Naturrasen-Pläne von einem Architekten, der schon als Experte in Bundesliga-Stadien tätig war, prüfen lassen — mit positivem Ergebnis.

Gut aufgenommen hat das "grüne Projekt" auch Burkhard Rücker, Sprecher der CDU in der Bezirksvertretung Barmen: "Wir würden uns freuen, wenn möglichst viel junge Menschen den Naturrasen zum Fußballspielen nutzen könnten. Allerdings müssen noch einige Technik- und Umweltschutz-Fakten geprüft werden". Thomas Hornung, stellvertretender Leiter des Sport-und Bäderamtes, gibt sich zurückhaltend: "Wir müssen auch die Folgekosten für die Pflege des Rasens berücksichtigen. Die Stadt kann sich keine Mehrausgaben mehr leisten".

Für Vielfalt sorgen inzwischen 22 Mannschaften der Hobbyliga, die den Herbert-Maurer-Platz seit Saisonbeginn nutzen. Die erste und zweite Mannschaft der Sportfreunde tragen ihre Spiele auf dem oberen Sportplatz aus. Der heißt im Volksmund "Kakao-Platz": Nach dem Krieg wurden dort "Quäker-Speisungen" und Kakao ausgeteilt — schon war der Spitzname geboren ...