Nordstadt Kein Ölbergfest 2026, dafür Diskussion über neues Konzept

Wuppertal · Im Jahr 2026 findet in Wuppertal kein Ölbergfest statt. Das hat der für die Organisation zuständige Verein „Ölberg Fest & Kultur“ bekannt gegeben. Man wolle die Veranstaltung auf neue Beine stellen. Ideen sollen in Workshops gesammelt werden.

Das Ölbergfest im Juni 2024.

Foto: Christoph Petersen

„Das Fest ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil unseres Viertels und hat dazu beigetragen, Gemeinschaft und Austausch zu fördern“, heißt es in einem offenen Brief. Bislang habe man aber keine Planungen gestartet. „Wir möchten zunächst in den Austausch mit den Anwohnenden gehen und das Fest künftig auf breitere Schultern stellen. Unser Ziel ist eine stärkere Beteiligung aus der Nachbarschaft, damit das Ölbergfest seinen verdienten Stellenwert behält. In welcher Form und überhaupt ist das Fest gewünscht?“, so Andreas und Alexander Klein, Luis Lange, Paul und Luzie Echtermeyer.

Die Organisation sei überaus zeitintensiv: „Umso trauriger war es für uns zu sehen, dass ein kleiner, aber lauter Teil der Nachbarschaft unser ehrenamtliches Engagement nicht wertschätzt und das Fest als reine kommerzielle Veranstaltung abtut. Einige Organisatoren wurden sogar als profitgierig dargestellt – eine Wahrnehmung, die weder der Realität noch unserem Anspruch entsprechen.“ (Bilder von 2024)

Bilder: Das Ölbergfest 2024​ in der Wuppertaler Nordstadt
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Das Ölbergfest 2024

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Foto: Christoph Petersen

Nun gehe es darum, ein neues Konzept zu erarbeiten – „für ein Fest, das Vielfalt, Kreativität und Nachbarschaft in den Mittelpunkt stellt. Gegen Hass und Hetze und ohne Nazis. Für uns ist das Ölbergfest ein echtes Nachbarschaftsfest, das aus vielen kleinen und großen Beiträgen entsteht und zu einem besonderen Tag auf unserem Berg wird.“

Dabei gehe es nicht um „Konsum und Gewinn“, aber: „Gleichwohl müssen wir die hohen Produktionskosten einer Großveranstaltung stemmen. Oft hören wir: ,Früher hat das Bier nur zwei Euro gekostet, früher ging es auch ohne Ölbergfestbecher…‘ Das stimmt – aber früher gab es auch deutlich mehr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, geringere Kosten und weniger behördliche Auflagen.“

Diese dienten allerdings der Sicherheit: „Ein möchten an dieser Stelle ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal und insbesondere des Ordnungsamtes hervorheben. Auch der Austausch und die Unterstützung durch die BV Elberfeld möchten wir nicht unerwähnt lassen.“

Letztlich sei die Frage: „Was wollen wir? Ein Fest auf dem Berg, in unserer Nachbarschaft, zu dem wir Freundinnen und Freunde aus der ganzen Republik einladen, Heimkehrerinnen und Heimkehrer begrüßen und einen Tag lang stolz auf unsere Stadt und vor allem unser Viertel sein können? Wir sagen: Ja! Aber ist das nur ein Gedanke von einem kleinen Kreis oder gibt es da noch mehr? Natürlich bringt ein solches Fest Einschränkungen mit sich: Parkverbote, Lärm, Müll, Wildpinkler. Aber das sind Dinge, die wir gemeinsam lösen können – wenn wir mehr Unterstützung haben.“

Die Workshops finden am 25.⁠ ⁠Februar, 25. März und 22.⁠ ⁠April 2026 im „Ölberg-Hub“ in der Sattlerstraße 54 statt. „Eine vorherige Anmeldung ist wünschenswert, da wir bei großem Interesse gegebenenfalls auf größere Räumlichkeiten ausweichen müssen“, heißt es. Kontakt für Rückmeldungen und Anmeldung per E-Mail an fest@ölberg.de

(red)