Die Letzte und die Erste Astrid Klee ist im Freibad Mählersbeck die treueste Schwimmerin

Wuppertal · Astrid Klee war die Letzte im alten Becken und die Erste im neuen. Die Anwohnerin und weitere geladene Gäste testeten die frisch sanierte Anlage vorab. Am Montag (4. Mai 2026) öffnet sie für alle.

Die 59-Jährige Astrid Klee

Foto: Wuppertaler Rundschau/Tomas Cabanis

Um kurz vor 15 Uhr dippen die Füße von Astrid Klee ins Becken. 24 Grad warm, 1,34 Meter tief. Die Wuppertalerin, die in der Nähe des Bades wohnt, schwimmt los. Und strahlt: „Heute bin ich der glücklichste Mensch der Welt“, sagt die 59-Jährige. Sie ist die Erste, die im neuen, einzigen städtisch betriebenen Freibad an der Mählersbeck ins Wasser geht.

Es ist die gute Nachricht des Frühlings: Die mehrmals verschobene Eröffnung des Bades steht nun kurz bevor. Am kommenden Montag (4. Mai) um 15 Uhr heißt es: Wasser marsch für alle! Es ist das Ende eines Umbaus, der in den vergangenen Jahren aufgrund von verzögerten Bauarbeiten, Mehrfach-Ausschreibungen ohne gültige Gebote für reichlich Ärger sorgte (die Rundschau berichtete). (Bilder)

Bilder: Das neue Freibad Mählersbeck in Wuppertal
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Das neue Freibad Mählersbeck

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Foto: Wuppertaler Rundschau/Tomas Cabanis

Der Ehrenvorsitzende des Bürgervereins Nächstebreck, Hermann Josef Richter, kommentierte Anfang 2025 die Komplett-Sanierung als „ein Armutszeugnis für die Stadt Wuppertal“. Ex-Oberbürgermeister Uwe Schneidewind bilanzierte in seinem kürzlich erschienenen Buch „Dienstschluss“, den Fall als „ein trauriges Beispiel für Verwaltungsfatalismus“.

Doch am vergangenen Montag scheint das Drama vergessen: Im Gespräch mit den geladenen Gästen sowie Schwimmern der Vereine ASV Wuppertal und ESV Ost, die das Bad künftig für ihr Training nutzen werden, fällt die erste Bilanz positiv aus. Das 24 Grad warme Becken sei „wunderschön“, berichten zwei Schwimmerinnen. Andere sagen, sie freuten sich, dass das Warten endlich ein Ende habe.

„Der Boden des Beckens fühlt sich super weich an und das Wasser riecht fast gar nicht nach Chlor“, lobt Badegast Helmut Apel, kurz nachdem er die Wellenrutsche testet. Der 60-Jährige bilanziert: „Das Warten hat sich gelohnt!“

Fast alles ist startklar: Erst am Morgen wurden die Drehtüren am Eingang geliefert, in den Umkleiden fehlen noch die Spiegel über den Waschbecken. Doch bis kommenden Montag soll nahezu alles fertig sein.

Das neue Freibad fällt vor allem durch die erweiterten Spielmöglichkeiten auf. Zwar ist das große Becken mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich das Highlight, doch zusätzlich gibt es Wasserspiele für Kinder, eine Wellenrutsche am Kinderbecken, einen Spielplatz, ein Beachvolleyballfeld, eine Tischtennisplatte, künstliche Felsen mit Kletternetz sowie Sitzgelegenheiten. Der Imbiss eines Kölner Pächters wird ebenfalls am Montag öffnen.

Die große zweite Rutsche des Bades, die durch eine Felsenlandschaft führen soll, wird erst nach der ersten Freibadsaison aufgebaut und voraussichtlich 2027 für die Gäste bereitstehen. Eine Baustelle während des laufenden Betriebs wolle man vermeiden, teilt Sportamtsleiterin Alexandra Szlagowski mit.

Astrid Klee wird täglich schwimmen kommen. Sie sei vor der Schließung auch wegen des Bades überhaupt erst in die Nähe gezogen, sagt die Vermessungstechnikerin. Nichts belegt ihre Liebe zum Bad mehr als die Anektode, dass sie auch die Letzte vor der Schließung im Becken war. Damals sei sie sehr traurig gewesen. Nun, fast sechs Jahre später, spielt das keine Rolle mehr.

Mehr Infos zu Eintrittspreisen und Öffnungszeiten ab dem 5. Mai gibt es übrigens unter www.wuppertal.de