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Wuppertalerin Laura-Madeleine Engler gewinnt Young Photographer Award

Wuppertalerin gewinnt „Young Photographer Award 2020“ : Laura-Madeleine Engler: Kein Raum für Interpretationen

In Zeiten der Corona-Krise treten Dinge in den Hintergrund, die vor Corona die öffentliche Debatte bestimmt haben. Eines davon ist Plastik. Laura-Madeleine Engler, Fotografin aus Wuppertal, hat die Problematik unseres Wegwerf-Konsums nicht vergessen. Für ihre Bilder-Serie „Plastik Ära“ wurde die 29-Jährige jetzt mit dem FEP Young Photographer Award 2020 ausgezeichnet.

Die Verleihung des Awards fand, wie so viele Ereignisse in den letzten Wochen, online statt. Die Freude über die Auszeichnung schmälert das nicht. Um Abzulenken von der rund um die Uhr diskutieren Corona-Krise und um aufmerksam zu machen auf das Thema, dass der 29-Jährigen nach wie vor am Herzen liegt, wandte sie sich an die Rundschau-Redaktion.Lachend erklärt sie am Telefon: „Ausgezeichnet zu sein ist natürlich toll, aber bisher weiß das ja kaum einer.“ Dass die 29-Jährige nicht aus Wuppertal, sondern gebürtig aus Freiburg kommt, daran lässt ihr Akzent keinen Zweifel.

Vor 14 Jahren bewarb sich Laura-Madeleine Engler an der Fotoschule, seit 10 Jahren arbeitet sie als gelernte Fotografin, vor zwei Jahren begann sie mit der Meisterschule. Eine Serie von neun Bildern reichte sie beim Young Photographer Award ein, alle entstanden in ihrem Wuppertaler Heimstudio. „Ich habe mich das komplette letzte Jahr mit den Bildern und dem Thema Plastik beschäftigt“, erzählt sie. Jedes einzelne Bild, aufgenommen im Stil der Werbefotografie, hat die Fotografin mit einem Statement versehen. „Über 150 Millionen Tonnen Plastikmüll belasten mittlerweile unsere Meere“ steht auf schwarzem Hintergrund neben einer berstenden PET-Flasche gefüllt mit Wasser. „Ich wollte keinen Raum für Interpretationen lassen. Kurz, prägnant, übersichtlich“, erklärt sie ihre Interpretation. Die Antwort auf die Frage, warum sie sich bei der Bilderstrecke für das Thema Plastik entschieden habe, leuchtet ein: „Plastik ist überall in unserem Alltag. Und wenn es einmal produziert wurde, dann ist es für immer da – das ist mein größtes Problem damit.“

Die Auseinandersetzung mit ihrer Arbeit zieht sich bis in Laura-Madeleine Englers Alltag: Soweit es geht, versuchen sie und ihr Mann auf Plastik zu verzichten, achten im Supermarkt darauf, keine Produkte in unnötiger Verpackung zu kaufen und versuchen, ihren Konsum bewusst zu erleben. „Wenn man hier und dort auf etwas verzichtet, erreicht man schon viel“, nimmt die gebürtige Freiburgerin der „Alles oder Nichts“-Mentalität den Wind aus den Segeln. Unter dem Namen „Lama-Art“, eine Kurzfassung ihres Vornamens und gleichzeitig ein alter Spitzname, publiziert sie ihre Fotokunst.

Die Corona-Krise nimmt sie beruflich gesehen bisher gelassen hin: „Ich bin in Teilzeit angestellt und jetzt auf Kurzarbeit. Da bleibt mir aktuell mehr Zeit, um kreativ zu arbeiten.“