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Wuppertaler Schulsanierungen: Lob und Kritik für die Vorschläge

Briller Straße und Hardt : Schulsanierungen: Lob und Kritik für die Vorschläge

Die Stadtverwaltung hat nach den gescheiterten Plänen für Containerbauten auf der Hardt am Donnerstag (15. April 2021) ein neues Konzept zur Sanierung der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule und des Johannes-Rau-Gymnasiums vorgestellt. Dabei spielen das ehemalige Fernmeldeamt an der Briller Straße und die Hardt eine zentrale Rolle. Die Reaktionen der Parteien.

Grüne

Caterina Zinke (schulpolitische Sprecherin): „Mit dem Vorschlag von Uwe Schneidewind liegen nun für das Johannes-Rau-Gymnasium und die ,Else‘ zwei innovative Lösungen auf dem Tisch. Für die dringend zu sanierende Gesamtschule ,Else‘ könnte zudem durch die Nutzung des ehemaligen Fernmeldeamtes an der Briller Straße ein deutlich früherer Sanierungsbeginn möglich sein. Wir hoffen, dass die Verhandlungen mit der Telekom erfolgreich ausgehen. Das ehemalige Fernmeldeamt umfasst ausreichend Fläche für einen Ersatzschulstandort und auch einen Platz für den Schulhof. Es gibt dort große Räume, die zu Klassenräumen umgebaut werden könnten.“

Paul Yves Ramette (Fraktionsvorsitzender): „Wir freuen uns, dass das Gelände der ehemaligen Pädagogischen Hochschule auf der Hardt mit neuen, hochwertigen Modulbauten langfristig als Bildungsstandort gesichert werden soll. Hier kann ein attraktives Gebäude entstehen, welches nach der Renovierungsphase des Johannes-Rau-Gymnasiums der Förderschule am Nordpark zur Verfügung stehen würde. Die Förderschule am Nordpark arbeitet aus räumlichen Gründen unter pädagogisch mitunter nicht tragbaren Bedingungen, so äußerte es die Schulleiterin kürzlich im Ausschuss für Schule und Bildung. Wir würden es begrüßen, wenn auch hier die Schülerinnen und Schüler profitieren könnten.“

FDP

Karin van der Most (Vorsitzende des Ausschusses für Schule und Bildung): „Es ist dem Gebäudemanagement gelungen, in sehr kurzer Zeit eine Prüfung aller vorgeschlagener Varianten vorzunehmen, diese nachvollziehbar und mit einer Risikoeinschätzung darzustellen und so eine Entscheidungsgrundlage für den Rat zu schaffen“, sagt. Wir sind sehr froh, dass für das Johannes-Rau-Gymnasium ein Ersatzquartier auf der Hardt in einem neuen Schulgebäude in Modulbauweise geschaffen werden soll. Das ist deutlich besser und attraktiver als die ursprünglich angedachte Lösung mit Schulcontainern. Die Modulbauten sind heutzutage architektonisch sehr schön und unterscheiden sich rein optisch nicht von einem Schulneubau in herkömmlicher Bauweise. Für das Johannes-Rau-Gymnasium ist das eine gute Lösung. Die ärgerliche Zeitverzögerung im Vergleich zum ursprünglich vorgesehenen Umzugstermin in 2021 beschränkt sich auf 1,5 bis 2 Jahre. Das ist im Vergleich aller anderen geprüften Varianten die kürzeste Zeitverzögerung und findet daher auch unsere volle Zustimmung. Ebenfalls froh sind wir darüber, wenn es gelingt, für die Schulsanierung der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule ein Ersatzquartier im Fernmeldeamt in Elberfeld zu finden. Das scheint ausreichend groß zu sein und könnte für eine schulische Nutzung hergerichtet werden. Dann gäbe es hier im Vergleich zur letzten Planung keine weitere zeitliche Verzögerung der Schulsanierung. Das ist auch wichtig, denn die Zeitpläne für die dringende Sanierung der Else haben sich in den letzten Jahren immer wieder verschoben. Die Schule hätte schon längst saniert sein müssen. Eine erneute Zeitverzögerung sollten wir daher möglichst vermeiden.“

Linke

Gerd-Peter Zielezinski (Fraktionsvorsitzender): „Hier zeigt sich wieder einmal, dass Stadtspitze und Verwaltung es nie wirklich in Erwägung gezogen haben, die Gebäude der ehemaligen Pädagogischen Hochschule zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Wir sind noch immer der Ansicht, dass für eine Weiternutzung der Gebäude die Asbestsanierung nicht in dem Umfang hätte stattfinden müssen. Der Abriss war von Anfang an das Mittel der Wahl. Während der Asbestsanierung bis heute waren und sind die Gebäude nicht in dem Maße gesichert, um witterungsbedingte Schäden auszuschließen. Besonders die zweimalige Ablehnung eines unabhängigen Gutachtens, dessen Finanzierung die Wuppertalbewegung angeboten hatte, deutet in diese Richtung. Der geplante Abriss und die nicht gesicherte Nachnutzung der Module lassen uns weiterhin befürchten, dass das Areal auf der Hardt früher oder später als Bauland für ,gehobene‘ Wohnbebauung genutzt werden soll.“