1. Lokales

Was passierte an der Klub-Tür?

Aussage gegen Aussage : Was passierte an der Klub-Tür?

Weil ihnen der Eintritt verwehrt wurde, werfen drei Freundinnen dem Elberfelder „KitchenKlub“ Rassismus vor. Der Betreiber sieht die Sache komplett anders: Jetzt muss die Polizei die Sache klären.

Nach dem Abi auf dem St.-Anna-Gymnasium trennten sich ihre Wege. Umso größer war die Freude für Chiara, Angela und Cheyenne, dass jetzt ein Wiedersehen möglich wurde. Es sollte am Freitag, 20. September, gegen 23 Uhr im Elberfelder „KitchenKlub“ stattfinden.

„Wir waren chic angezogen, nüchtern und richtig gut gelaunt. Bis am Eingang drei Türsteher, hämisch grinsend und sichtlich belustigt, auf Angela zeigten und sagten ’Aber nur du’, womit mir und Cheyenne, wir sind beide dunkelhäutig, der Eintritt verwehrt wurde. Als wir geschockt und traurig fragten, warum, lautete eine der fadenscheinigen Antworten „Anweisung von oben“, schildert Chiara die aus ihrer Sicht unwürdige Situation. Und berichtet weiter, dass umstehende Gäste, die auf das Diskriminierungsverbot in Deutschland aufmerksam machten, nun ebenfalls der Eintritt nicht gestattet wurde, anderen weiterhin schon.

Für die drei in Wuppertal geborenen und aufgewachsenen Studentinnen war der Abend, auf den sie sich gefreut hatten, damit gelaufen. „Immer wieder hört man von Situationen, in denen Farbigen der Eintritt verwehrt wird. Aber dass so etwas in unserer Heimatstadt, wo das Miteinander der Kulturen und Nationen so toll funktioniert, vorkommt, damit hätte ich nie gerechnet“, sagt Cheyenne fassungslos. „Einfach hinnehmen werden wir diese Form von Rassismus nicht und haben Anzeige erstattet“, erklärt Chiara.

„Hier sind offensichtlich Persönlichkeitsrechte verletzt worden, aktuell ermitteln wir den Sachverhalt, der dann gegebenenfalls von der Staatsanwaltschaft weiter geahndet wird“, bestätigt Stefan Weitkämper von der Pressestelle der Wuppertaler Polizei den Eingang der Strafanzeige.

Auf Nachfrage der Rundschau schildert „KitchenKlub“-Geschäftsführer Paolo Frisella den Vorfall so: „Nach Rücksprache mit den Türstehern waren die jungen Frauen in Begleitung zweier angetrunkener und aggressiv auftretender Männer, die vom Erscheinungsbild her einfach nicht passten. Entsprechend haben wir der Gruppe insgesamt den Eintritt verweigert. Worauf eine der Damen sehr ausfällig geworden ist, unsere Mitarbeiter als ,Rassisten’ beschimpfte.“

Über diese Darstellung können die Studentinnen nur den Kopf schütteln. „Eine Schutzbehauptung, die nicht stimmt. Es war so, wie wir es geschildert haben. Wir drei waren allein und nur eine durfte rein“, sagen sie unisono.

Bleibt abzuwarten, was die polizeilichen Ermittlungen ergeben.