Unter der Haube Ihres Treppenlifts: Wie Sensortechnologie die Sicherheit beeinflusst - und warum Sie vor dem Kauf nachfragen sollten

Sensortechnologie im Treppenlift ist nebensächlich? Ein Irrtum: Sie steht dem Antrieb in ihrer Bedeutung in nichts nach. Und sie ist ein Schlüsselfaktor für Ihre Sicherheit.

Treppenlifte: Wie Sensortechnologie die Sicherheit beeinflusst
Foto: Pixabay/stokpic

Während Sie die Treppe hinauf fahren, nähert sich Ihr Hund dem Treppenlift gefährlich nahe. Sofort erkennen die Sensoren des Lifts das Hindernis und bringen den Lift zum Stillstand. Erst wenn Ihr Hund sich aus dem Gefahrenbereich entfernt hat, setzt sich der Lift wieder in Bewegung. In Situationen wie diesen wird Ihnen erst bewusst, wie gut es war, auf einen Treppenlift mit hochwertigen Sensoren gesetzt zu haben.

In Treppenliften werden zwei Arten von Sensoren zur Hinderniserkennung integriert: taktile Sensoren wie der Berührungssensor und nicht taktile Sensoren wie der Ultraschall-, der Infrarot- oder der Lasersensor. Während nicht taktile Sensoren zur Hinderniserkennung auf unterschiedliche Arten von Frequenzen (z. B. Ultraschall oder Infrarot) setzen, baut der gute alte Berührungssensor auf den direkten physischen Kontakt mit einem Objekt.

Berührungssensoren: Langjährig bewährte Technik

Der einzige taktile Sensor, der in Treppenliften relativ häufig zu finden ist, ist der Berührungssensor. Er gehört zu den ältesten Sensoren überhaupt. Seine Zuverlässigkeit hat sich schon lange bewährt. Berührungssensoren werden bei Treppenliften oft im Bereich der Fußplatte oder der Plattform angebracht. Die Druckplatten reagieren auf mechanische Einwirkung; sie schlagen an, sobald sie durch ein Hindernis berührt werden.

Während nicht-taktile Sensoren Hindernisse aus der Entfernung erkennen, erfassen Berührungssensoren nur Hindernisse, die physisch mit ihnen in Kontakt kommen. Der Erfassungsbereich ist daher begrenzt. Zudem kann es öfter zu Fehlauslösungen kommen.

Ultraschallsensoren: Günstig und gut

Trotzdem seine Technologie schon etwas in die Jahre gekommen ist, gehört der Ultraschallsensor nach wie vor zu den häufig verwendeten Technologien. Das liegt daran, dass er kostengünstig und schnell verfügbar ist und ähnlich gute Ergebnisse liefert wie neuere Technologien.

Zu den größten Nachteilen des Ultraschallsensors gehört seine Hitzeempfindlichkeit. Die Ultraschalltechnologie wird von der Umgebungstemperatur beeinflusst und reagiert empfindlich gegenüber Hitze. Bei hohen Raumtemperaturen besteht daher die Möglichkeit, dass der Sensor nicht präzise funktioniert. Um Fehlmessungen zu verhindern, werden moderne Ultraschallsensoren heute jedoch in der Regel mit Mechanismen zur Temperaturkompensation ausgestattet.

Ein weiteres Problem bei Ultraschallsensoren ist der sogenannte Blindbereich. Die Funktionsweise dieses Sensors hat zur Folge, dass sehr nahe Hindernisse aufgrund von Signalüberlagerungen oft schlechter erkannt werden können.

Infrarotsensoren: Ein guter Kompromiss

Infrarottechnologie ist zuverlässig und liefert gute Ergebnisse. Aber auch sie hat, wie auch die Ultraschalltechnologie, einen Blindbereich. Befindet sich ein Objekt zu nahe am Sensor, fällt den Sensoren eine genaue Messung schwer. Reflexionen von Oberflächen, Lichtquellen im Infrarotspektrum sowie Wetterbedingungen können die Genauigkeit dieser Sensoren beeinträchtigen.

Dennoch werden Infrarotsensoren aufgrund ihrer allgemeinen Kosteneffizienz und Zuverlässigkeit in vielen Anwendungen eingesetzt, nicht nur bei neuen, sondern auch bei gebrauchten Treppenliften. In vielen Fällen sind Infrarotsensoren auch völlig ausreichend.

Lasersensoren: Überlegen in Präzision und Zuverlässigkeit

Vor allem moderne und hochwertige Treppenlifte für den gewerblichen oder öffentlichen Bereich werden mit Lasersensoren ausgestattet. Im privaten Bereich beschränkt sich die Auswahl auf einige Premium-Modelle.

Lasersensoren können an mehreren Stellen des Treppenlifts angebracht sein, etwa am vorderen oder hinteren Ende. Sie sind äußerst präzise, reagieren schnell und erkennen auch Hindernisse, die den beiden anderen Technologien entgehen. Auch ihre geringe Anfälligkeit für Störungen durch Umgebungsfaktoren macht sie zu den besten Sensoren, die es aktuell am Markt gibt. Hochwertige Technologie hat jedoch auch ihren Preis: Sie können die Anschaffungskosten eines Treppenlifts spürbar erhöhen.

Der Budgetrahmen beeinflusst die Schutzmaßnahmen

Wenn Sie sich für eine Sensortechnologie entscheiden müssen, dann sollte die Lasertechnologie die erste Wahl sein. Sie liefert die höchste Präzision, reagiert schnell auf Hindernisse, ist weniger anfällig für Störungen und kann auch bei anspruchsvollen Bedingungen zuverlässig funktionieren. Allerdings ist sie auch tendenziell teurer.

Liegt der Fokus auf dem Budget, ist ein Treppenlift mit Ultraschall- oder Infrarotsensoren die richtige Wahl. Bei den eigenen Erwartungen an die Messgenauigkeit muss man dann jedoch einige Abstriche machen. In der Praxis werden jedoch oft Kombinationen von Sensoren in Treppenliften eingesetzt, was einen guten Kompromiss zwischen maximaler Sicherheit und Kosteneffizienz darstellt.

Es lohnt sich, vor dem Kauf nach der verbauten Sensortechnologie zu fragen. Auf diese Weise können Sie einerseits nachvollziehen, wie es zu dem Preis eines hochwertigen Modells kommt, andererseits können Sie besser einschätzen, welche Genauigkeit - und somit Sicherheit - Ihr Treppenlift gewährleistet.

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