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"Hör’ doch bitte auf!"

"Hör’ doch bitte auf!"

Für zwei Jahre und vier Monate soll ein 21-Jähriger Wuppertaler in Haft, weil er im Juli vergangenen Jahres einen Ex-Freund (25) seiner Lebensgefährtin durch Messerstiche gefährlich verletzt hat.

Das Amtsgericht verurteilte den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung bei seiner Attacke am Elberfelder Kipdorf. Eine Bewährungschance für den vor der Tat Unbescholtenen ist wegen der Höhe der Strafe ausgeschlossen.

Zeugen hatten ausgesagt, dass der 21-Jährige vor der Tat in der Nähe einer Beratungsstelle sichtlich nervös auf sein Opfer gewartet habe. Laut Beweisergebnis hatte der Ältere dort in einem Termin mit seiner Ex-Freundin Angelegenheiten der gemeinsamen Kinder regeln wollen. Nach dem Zusammentreffen kam es auf der Straße und im Hausflur zu einer Prügelei unter den Männern und schließlich zu acht Stichen des Angeklagten — ins Gesicht, ins Bein und einmal sogar gefährlich nah an die Lunge. Der Getroffene ist durch Narben womöglich dauerhaft entstellt.

Die Ermittlungen waren zunächst von versuchtem Totschlag ausgegangen. Amtsrichter Christian Podeyn stellte fest: "Auf den Tötungsvorsatz kann man kommen." Der Angeklagte habe aber aus freien Stücken von seinem Opfer abgelassen, nachdem ihn eine Passantin angebrüllt hatte, er solle doch bitte aufhören. Der Verteidiger, Anwalt Klaus Wülfing, hatte demgegenüber erklärt, jegliche Planung bei diesem Geschehen sei fraglich: "Wenn er einen Angriff geplant hätte, dann doch nicht morgens um 11 auf dem Kipdorf, vor so vielen Zeugen."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Gericht stellte fest, dass die Freundin des Angeklagten falsch zu seinen Gunsten ausgesagt hat. Sie muss nun ebenfalls mit einer Freiheitsstrafe rechnen.