Generationswechsel fürs Ölbergfest

„Das einzig wahre Heimatfest“ : Generationswechsel fürs Ölbergfest

60.000 Besucher, 70.000 Euro Kosten, 600 Stunden Organisations- und Koordinationsarbeit: Das alle zwei Jahre stattfindende Ölbergfest ist zum Riesen-Event geworden. Jetzt soll ein eigener Verein gegründet werden, der das Fest im Mai 2020 professionell wieder auf unverwechselbare Weise realisiert.

Für Uwe Peter und Thomas Weyland vom Vorstand des 50-Mitglieder-Vereins "Unternehmer/innen für die Nordstadt", der das Fest erfand und bisher stets durchführte, ist alles zu viel geworden. Uwe Peter am Montag: "Das Fest erdrückt uns. Im jeweiligen Jahr ist der Verein nur mit dem Fest beschäftigt. Wir möchten jetzt aber mehr Kraft auf unsere Nordstadt-Aktivitäten wie das Thema Verkehrswende oder die Aktion ,Der Berg liest' verwenden."

Beschlossen wurde, dass interessierte Mitglieder des Unternehmer/innen-Vereins und andere Menschen, die auf dem Ölberg oder in der Nordstadt zu Hause sind, einen neuen — nur für das Fest zuständigen — Verein gründen. Zwei "Motoren" für diesen Weg sind auch schon gefunden: die Brüder Andreas (33) und Alexander Klein (31), die mit ihrer Veranstaltungsagentur "pm2am" in der Ottenbrucher Straße zu Hause und auch schon Mitglieder im Vorstand des Unternehmer/innen-Vereins sind. Beide haben bereits bei Vorbereitungen fürs Ölbergfest mitgearbeitet — sprich, sie wissen, was es bedeutet, ein Ereignis auf die Beine zu stellen, das Andreas Klein "das einzig wahre Heimatfest" nennt. Die Klein-Brüder trauen sich den Generationswechsel für das Fest, das mittlerweile Gäste aus ganz Deutschland hat, zu.

25 bis 30 Ehrenamtler sind im Vorfeld nötig, um ein Ölbergfest zu planen, 50 bis 60 am Festtag selbst. Hinzu kommen Polizei, Feuerwehr & Co. Begonnen hat das Ölbergfest, das sich der Unternehmer/innen-Verein als Marke hat schützen lassen, mit 30.000 Besuchern, bei Fest Nr. 8 im vergangenen Jahr zählte man 60.000 und mehr.

Ein gewohnter Anblick, der Wuppertal (hoffentlich) erhalten bleibt: Menschenmengen in der Nordstadt beim Ölbergfest. Foto: Jens Grossmann

"Unternehmer/innen für die Nordstadt" wird die Marke "Ölbergfest" gratis an den neuen Verein verleihen, außerdem mit Rat, Tat und Anschubfinanzierung zur Verfügung stehen. Im Frühjahr ist ein großes Info-Treffen im Lutherstift geplant. Andreas Klein: "Es gibt schon viele positive Signale und großes Interesse, obwohl jeder weiß, welche Riesenarbeit das Fest bedeutet." Außerdem laufen Vorbereitungen und Sponsorensuche ohnehin schon, denn die Zeit bis Mai 2020 vergeht wie im Flug.

Fest steht für alle Ölbergfest-Macher: "Etwas wie den 'Elberfelder Cocktail' oder ,Barmen Live' wird es in der Nordstadt nicht geben. Reiner Kommerz oder ölbergfremde Organisationsstrukturen sind und bleiben unerwünscht." Andreas und Alexander Klein: "Unser Ölbergfest ist etwas Besonderes. Und das soll es auch bleiben."

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