Bilanz: Friederike machte den Stadtwerken viel Arbeit

Bilanz : Friederike machte den Stadtwerken viel Arbeit

Sturmtief Friederike hatte am Donnerstag (18. Januar 2017) deutliche Auswirkungen auf den ÖPNV und die Stromversorgung. Am Freitag ziehen die WSW Bilanz.

Die Schwebebahn fuhr wegen der starken Windböen zeitweise nur mit Tempo 30 durchs Tal und musste am Mittag für eine Viertelstunde pausieren, weil in Vohwinkel ein Baum gegen das Gerüst gekippt war. Schnell war aber klar, dass es keine Schäden am Gerüst gab, so dass die Bahn den Betrieb schnell wieder aufnehmen konnte. Im Busverkehr kam es aufgrund von Straßensperrungen zu zahlreichen Störungen. Die Busse mussten umgeleitet oder Linienwege verkürzt werden.

Sturmbedingte Unfälle gab es aber nur wenige und die auch nur mit geringem Sachschaden. In einem Fall musste ein Bus wegen eines unmittelbar vor ihm umstürzendes Baumes eine Gefahrenbremsung durchführen. In einem anderen Fall wurde eine Mülltonne von einer starken Bö vor einen Bus geweht und beschädigte diesen an der Front. "Insgesamt sind wir in Wuppertal sehr glimpflich davon gekommen", resümiert Betriebsleiter Dr. Christian Kindinger, "und am Wichtigsten: Niemand wurde verletzt." Auch die Einsatzwagen im Schülerverkehr fuhren — zumindest dort, wo die Schulen nicht von sich aus die Schülerinnen und Schüler schon früher nach Hause geschickt hatten.

Ganz anders fällt das Fazit des gestrigen Sturmtages bei Joachim Fritz aus. Er ist bei den WSW für den Betrieb des Mittel- und Niederspannungsnetzes verantwortlich. Seine Mitarbeiter hatten gestern alle Hände voll zu tun. "Uns hat es so stark getroffen, wie lange nicht mehr", berichtet Fritz. Über vierzig Schadensfälle an Stromleitungen verzeichnet der Betriebsbericht von gestern. Dabei waren in Beyenburg, Stoffelsberg und Laaken auch Hochspannungsleitungen betroffen. Ursache für Stromausfälle bei den Kunden waren zumeist Bäume, die in die Freileitungen gefallen waren. Umgeknickte Masten und gerissene Leitungen waren die Folge. Meist war es nicht möglich, die Schäden direkt zu beheben. Bei dem anhaltenden Sturm wäre das für die Mitarbeiter zu gefährlich gewesen. Daher wurden die betroffenen Leitungsabschnitte zunächst stromlos geschaltet.

Die Reparaturarbeiten dauerten gestern teilweise noch bis tief in die Nacht. Joachim Fritz lobt vor allem die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und dem THW, die halfen, die Leitungstrassen von umgestürzten Bäumen und Ästen zu befreien. Um die Stromversorgung wieder herzustellen, kamen auch Notstromaggregate zum Einsatz. "Trotz aller Bemühungen konnten wir einige Kunden aber leider erst im Laufe des heutigen Vormittags wieder versorgen", so Joachim Fritz. Erfreulich war, dass die meisten Kunden aufgrund der außergewöhnlichen Umstände sehr verständnisvoll auf die Versorgungsunterbrechung reagierten. Für Joachim Fritz und seine Mitarbeiter ist Sturmtief Friederike aber noch längst nicht abgehakt. "Viele Schäden haben wir erstmal nur provisorisch behoben", sagt der Ingenieur, "die dauerhafte Reparatur der Leitungen wird uns noch einige Wochen beschäftigen."