Er wird am 13. Mai von Oberbürgermeisterin Miriam Scherff, die Schirmherrin der Initiative ist, überreicht. Die Laudatio hält Hans‑Jürgen Dorr, der Vorsitzende der Jury. Die Begründung der Initiative für die Wahl im Wortlaut.
„Die Auszeichnung würdigt das außergewöhnliche Engagement der vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Wuppertaler Tafel, die 365 Tage im Jahr dafür sorgen, dass bedürftige Menschen in der Stadt mit Lebensmitteln und warmen Mahlzeiten versorgt werden. (Bilder)
Minister Laumann besucht die Wuppertaler Tafel
Die Wuppertaler Tafel ist Teil der bundesweiten Tafelbewegung und sammelt – neben Angeboten wie Kindertafel, Sozialkaufhaus und Büchermarkt – überschüssige, aber noch genießbare Lebensmittel, um sie an Menschen mit geringem Einkommen weiterzugeben. Ohne das zuverlässige und vielfältige Engagement der Freiwilligen und der hauptamtlichen Kräfte wäre dieses Angebot nicht möglich.
Die Mitarbeitenden der Tafel übernehmen eine große Bandbreite an Aufgaben: von der Abholung der Lebensmittel bei Supermärkten, Bäckereien und Herstellern über Logistik, Sortierung und Qualitätsprüfung bis hin zur Ausgabe der Lebensmittel in der Kantine und an verschiedenen Ausgabestellen. Hinzu kommen Küche und Kantine, die Zubereitung warmer Mahlzeiten, die Arbeit im Sozialkaufhaus, in der Kindertafel sowie Tätigkeiten in Verwaltung, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit und Ehrenamtskoordination.
Die tägliche Arbeit ist körperlich, organisatorisch und emotional anspruchsvoll, findet oft früh morgens, mittags oder abends statt und erfordert neben Organisationstalent auch Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz im Kontakt mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen.
Ein besonderer Schwerpunkt der diesjährigen Würdigung liegt auf dem Tafelwagen / Sozialmobil der Wuppertaler Tafel. Das Sozialmobil ist täglich in verschiedenen Stadtteilen unterwegs, um Menschen zu erreichen, die aus gesundheitlichen, finanziellen oder organisatorischen Gründen nicht zu den stationären Ausgabestellen kommen können.
Ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer und Helferinnen und Helfer übernehmen dabei Aufgaben wie die Beladung und Lagerung der Lebensmittel unter Einhaltung der Kühlkette, die Tourenplanung, die Lebensmittelausgabe vor Ort sowie den sensiblen Kontakt zu den Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind.
Der Tafelwagen ist damit weit mehr als ein Transportmittel: Er ist ein rollender Treffpunkt, eine mobile Versorgungsstation und ein sichtbares Symbol für gelebte Solidarität in Wuppertal. Ein typischer Tag beginnt früh am Morgen mit Fahrzeugcheck, Beladung und Vorbereitung, bevor das Team – montags bis freitags abends sowie am Wochenende mittags – feste Routen von Wichlinghausen und Oberbarmen über Elberfeld bis zurück nach Barmen anfährt.
An den Haltepunkten warten ältere Bürgerinnen und Bürger, Alleinerziehende, Menschen mit Einschränkungen und viele, die durch die aktuelle wirtschaftliche Lage in Not geraten sind; für viele von ihnen ist der Kontakt mit dem Tafel‑Team oft der einzige soziale Austausch des Tages.
Die Ehrenamtlichen des Sozialmobils sorgen dafür, dass Lebensmittel nicht verderben, Menschen pünktlich versorgt werden und alle Hygiene‑ und Sicherheitsstandards eingehalten sind. Sie dokumentieren die Ausgaben, halten das Fahrzeug instand und reagieren flexibel auf spontane Spenden oder akute Notlagen. Damit vereint dieses Projekt Organisation, Verantwortung und Menschlichkeit in besonderer Weise und verkörpert das gelebte Motto der Wuppertaler Tafel: „Lebensmittel retten, Menschen helfen“.
Mit der Verleihung des Ehrenamtspreises 2026 an die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen der Wuppertaler Tafel macht die Initiative (M)eine Stunde für Wuppertal sichtbar, was sonst häufig im Verborgenen geschieht: gelebte Solidarität, die den sozialen Zusammenhalt in Wuppertal stärkt und für tausende Menschen existenziell wichtig ist. Ihr unermüdlicher Einsatz verdient in besonderem Maße öffentliche Anerkennung.“
Entworfen wurde der Preis vom Wuppertaler Bildhauer Frank Breidenbruch. Er zeigt ein Boot auf der Wupper, in dem ein Helfender und ein Hilfebedürftiger erkennbar sind. Gestiftet wurde der Preis von Monika von Blomberg. Der Ehrenamtspreis dient dem Ziel, auf die Vielfalt des Ehrenamtes aufmerksam zu machen und Menschen zu ehren, deren Engagement häufig über Jahre im Verborgenen geschieht.