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Projekt: Else Lasker-Schüler und die Social-Media-Kanäle​

Bergische Uni Wuppertal : Else Lasker-Schüler und die Social-Media-Kanäle

Studierende der Bergischen Universität, unter der Leitung von apl. Prof. Dr. Anne-Rose Meyer suchen nach neuen Wegen, das Werk Else Lasker-Schülers in Online-Plattformen zu präsentieren.

Frau Meyer, Sie beschäftigen sich im kommenden Semester mit der Wuppertaler Schriftstellerin Else Lasker-Schüler. Wie präsent ist die Autorin und deren Werk in Wuppertal?

Meyer: „Else Lasker-Schüler ist in Wuppertal wieder zu Hause. Dies zeigt beispielhaft die jüngste Stiftung an das Von-der-Heydt-Museum. Ihm hat ein nordrhein-westfälischer Unternehmer das Porträt der Dichterin von Karl Schmidt-Rottluff als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Seit 1990 ist die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft in Wuppertal präsent. Die Begegnungsstätte Alte Synagoge beschäftigt sich immer wieder in Form verschiedener Veranstaltungen und Veröffentlichungen mit der Autorin.

Und auch unsere Universität hat Bedeutendes dazu beigetragen, ihre Werke nicht nur vor Ort, durch Vorträge und Seminare, sondern auch in der Buchwelt und in der Wissenschaft lebendig zu halten: Zwischen 1996 und 2010 entstand in Zusammenarbeit der Bergischen Universität mit dem Franz-Rosenzweig-Zentrum der Hebräischen Universität Jerusalem und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach die Kritische Werkausgabe. Meine Kollegin Prof. Dr. Gabriele Sander hat zudem mehrere Ausgaben der Gedichte Else Lasker-Schülers beigesteuert.“

  • Arabella Steinbacher.
    7. Sinfoniekonzert in Wuppertal : Die „Seejungfrau“ und ein Meisterwerk
  • Die Beyenburger Klosterkirche.
    Sonntag ab 17 Uhr : „Musik-Raum-Wort“ in der Klosterkirche
  • Sehen so heutige Helden aus? Robin,
    „Ulysses“ im Wuppertaler Schauspiel : Mit Batman und Robin durch Dublin

Und wie präsent ist Else Lasker-Schüler bei jungen Studierenden?

Meyer: „An unserer Bergischen Universität Neuere deutsche Literaturwissenschaft zu studieren, ohne mit Werken Else Lasker-Schülers in Kontakt zu kommen, ist unmöglich. Es handelt sich schließlich um eine der bedeutendsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Aus der Schule kennen unsere Studierenden die Dichterin meist nicht, da die Lektüre ihrer Texte nicht verbindlich ist. Umso wichtiger ist es, Literaturinteressierten in thematisch passenden Seminaren und Vorlesungen an der Universität einen ersten Einblick zu geben.“

Museumsdirektor Ronald Mönig mit dem Bild „Lesende (Else Lasker-Schüler)“ von Karl Schmidt-Rottluff.
Museumsdirektor Ronald Mönig mit dem Bild „Lesende (Else Lasker-Schüler)“ von Karl Schmidt-Rottluff. Foto: Wuppertaler Rundschau/Simone Bahrmann

Die Gedichte von Lasker-Schüler lassen sich für junge Menschen nicht immer leicht erschließen. Wie führt man Studierende an diese Dichterin heran?

Meyer: „Vielleicht am ehesten über einen biographisch-historischen Zugang, der erkennen lässt, wie avanciert, individuell und außergewöhnlich Lasker-Schülers Dichtungen waren für die damalige Zeit und auch heute noch sind. Bislang hat sich aber auch immer das Vertrauen in die Kraft der Texte bewährt – sie finden ihre Leser und Leserinnen, auch unter jungen Leuten.“

Sie bieten im Sommersemester ein Seminar mit dem ungewöhnlichen Titel „Let‘s bring ELSe online“ an. Worum geht es dabei?

Meyer: „Die Studierenden sollen den Bezug Else Lasker-Schülers speziell zu Wuppertal herausarbeiten und auf einer ihnen geeignet erscheinenden Social-Media-Plattform in Wort und Bild präsentieren. Das können wichtige biographische Stationen sein, das kann eine Auseinandersetzung mit Lasker-Schülers so wichtigem Drama „Die Wupper“ sein, Interviews mit Historikerinnen und Literaturwissenschaftlerinnen sind denkbar, die zu Else Lasker-Schüler hier in Wuppertal arbeiten, und vieles andere mehr.“

Nun wollen Sie ja keine weitere Wikipedia-Seite basteln, sondern eher die neuen digitalen Kanäle ausloten. Wie kann man denn Lyrik und Prosa bei Tik Tok, Instagram, Facebook und Co zum Beispiel erfolgreich darstellen?

Meyer: „Sie können zum Beispiel performen, also selbst eine kurze Lesung halten und diese aufzeichnen, Bilder zu Texten gestalten, Statements von Fachleuten posten, Leseerfahrungen verbreiten, Fotos machen und kommentieren, einen Podcast aufnehmen… Gerade digitale Plattformen laden dazu ein, nicht nur auf Geschriebenes zu setzen, sondern verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten zu erproben.“

 Das Denkmal in Elberfeld.
Das Denkmal in Elberfeld. Foto: Achim Otto

Für die Erarbeitung haben sie sich aber auch Unterstützung geholt. Von wem?

Meyer: „Unbedingt wichtig ist das Know-how der Pressestelle unserer Universität, was Formen und Formate angeht. Technischer Support kommt von unserem Zentrum für Informations- und Medienverarbeitung. Auch unser Justiziariat könnte ein interessanter Ansprechpartner sein, beispielsweise wenn es um die Frage von Bildrechten und Copyright geht.“

Wo wird man die Ergebnisse denn sehen können?

Meyer: „Idealerweise auf Kanälen unserer Universität, die erfreulich breit aufgestellt ist, was Social Media betrifft.“