Die kecke Schnecke war der Star beim Pilotprojekt zur Lärmprävention

Gesundheit : Die kecke Schnecke war der Star beim Pilotprojekt zur Lärmprävention

Die Deutsche Tinnitus-Liga (DTL) hat im Wuppertaler Hochschulkindergarten das Pilotprojekt „Lärmprävention für Kinder und Jugendliche – Die kecke Schnecke Tili“ durchgeführt. An vier Tagen erforschten die Kinder in spielerischer und kreativer Weise das Thema Hören, den Hörsinn sowie den Aufbau des Ohres.

Besonders gut kam dabei die Schnecke Tili an, eine Stoff-Handpuppe, über die Alina Pouryamout, Sozialpädagogin und bei der Deutschen Tinnitus-Liga verantwortlich für das Projekt Lärmprävention, den Kindern die Zusammenhänge rund ums Ohr anschaulich erklärte. Die Schnecke steht für die Hörschnecke, auch Cochlea genannt, die das sensorische Hörorgan und die Haarzellen enthält.

Kinder, die chronisch Lärm ausgesetzt sind, können Defizite im Lesen aufweisen, die zum Teil durch lärmbedingte Störungen in der Entwicklung der Sprachwahrnehmung bedingt sind. Lärm kann die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, die Kommunikation behindern, den Schlaf rauben, die Stimmung beeinflussen und Aggressionen hervorrufen. Die Sprache kann eintönig werden, Sprachrhythmus und -melodie verschwinden. Lärm schädigt das Gehör und die Gesundheit im Allgemeinen.

Sind die Hörbedingungen ungünstig, verschlechtern sich für die Kinder die Lern- und Entwicklungschancen. Deshalb hat es sich die Deutsche Tinnitus-Liga zur Aufgabe gemacht, schon sehr früh ein Bewusstsein zur Vermeidung eines gesundheitsschädigenden Verhaltens zu fördern. Doch auch die Erzieherinnen und Erzieher, die ebenfalls unter hohen Geräuschpegeln leiden, werden mit dem Projekt angesprochen.

An den vier Projekttagen lernten die Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren im Hochschulkindergarten Wuppertal in Elberfeld beispielsweise anhand eines Ohrmodells, wie ein Ohr aufgebaut ist. Mit Spielen und Experimenten konnten sie kindgerecht den Hörsinn erfahren und wurden für die Themen Hören und Lärm sensibilisiert. So standen ein Geräusche-Memory, verschiedene Hörübungen, bei denen Geräusche identifiziert werden sollten, oder eine „Lärmampel“ auf dem Programm, die rot aufleuchtete, wenn die Kinder zu laut waren, und ebenfalls anzeigte, wenn der Geräuschpegel „im grünen Bereich“ war.

Anhand eines kleinen Experiments zeigte DTL-Mitarbeiterin Alina Pouryamout, wie die Härchen im Ohr durch laute Geräusche zerstört werden können. Dabei wurde ein Stein auf Gartenkresse fallen gelassen und zerdrückte diese – die Kresse symbolisierte hier die Ohrhärchen und der Stein ein lautes Geräusch.

Katerina Stafilidou, seit 28 Jahren Erzieherin im Hochschulkindergarten Wuppertal, begleitete das Projekt: „Die kecke Schnecke Tili kam sehr gut bei den Kindern an. Insbesondere das Experiment mit der Kresse und den Ohrhärchen ist bei ihnen hängen geblieben. Die Kinder werden sich daran erinnern, was es für das Ohr bedeutet, wenn es zu laut ist. Wir greifen das Thema Hören auf jeden Fall wieder in den Gruppen auf.“

„Das Projekt kann einen wichtigen Beitrag zur Lärmprävention für Kinder und Jugendliche leisten, indem es sie auf die Wichtigkeit unseres Gehörs aufmerksam macht“, sagt Alina Pouryamout, gebürtige Wuppertalerin. „Durch Spiele und Experimente lernen die Kinder, was für ein tolles Sinnesorgan unser Gehör ist und wie wir es gegen Lärm schützen können, beispielsweise durch Gehörschutz. Besonders schön finde ich es, wenn die Kinder ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit nach Hause nehmen und dort mit den Eltern besprechen. Damit ist ein wichtiges Ziel des Projekts erreicht. Ich bedanke mich herzlich beim Hochschulkindergarten für die Bereitschaft, als Pilotkindergarten mitzuwirken, sowie für die tolle Zusammenarbeit.“

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