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Wuppertaler DGB: Reinigungskräfte in Schulen schützen

Corona-Pandemie : Wuppertaler DGB: Reinigungskräfte in Schulen schützen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Wuppertal gibt zu bedenken, bei der Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach den Sommerferien den Schutz der Reinigungskräfte nicht zu vergessen. Diese Berufsgruppe fehle in der Diskussion.

Wie sich die Infektionszahlen entwickelten, wisse derzeit niemand. Experten befürchteten jedoch, dass durch Urlaubsrückkehrer, kühlere Temperaturen und dem damit verbundenen Aufenthalt in Innenräumen die Zahlen wieder steigen. „Die Schulen müssen auch die Reinigungskräfte in den Blick nehmen. Sie müssen ebenfalls ausreichend geschützt und bei allen geplanten Maßnahmen in den Schulen berücksichtigt werden“, so Guido Grüning, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes Wuppertal.

In einer „kleinen Anfrage“ als SPD-Stadtverordneter hatte er die Verwaltung gebeten darzulegen, welche Maßnahmen mit den Reinigungsunternehmen vereinbart worden seien. „Auf die Frage, ob neue Leistungsverzeichnisse mit den Reinigungsunternehmen aufgrund der durch die Pandemie notwendigen häufigeren und zeitintensiveren Desinfektionsarbeiten und dem damit verbundenen erhöhten Zeitaufwand verhandelt wurden, antwortete das Gebäudemanagement der Stadt (GMW) lapidar: Die Verträge sind so gestaltet, dass Nachverhandlungen nicht erforderlich sind, um temporäre Mehr- oder Minderaufwendungen, die aus der Gefährdungslage folgen, qualitativ und quantitativ preislich und technisch abzubilden“, so Grüning.

Holger Ackermann, Vorstandsmitglied im DGB für die zuständige Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU), hält es für „absurd“, keine neuen Leistungsverzeichnisse zu vereinbaren: „Ob die erhöhten Hygiene- und Infektionsschutzstandards durch das Covid-19-Virus an den Schulen eingehalten werden können, hängt ganz stark von den Bedingungen für die Reinigungskräfte ab. Schon in der Vergangenheit wurde bei der Gebäudereinigung mit unrealistischen Zeitangaben auf Kosten der Beschäftigten gespart. Zwar wurden die Mindestlöhne erhöht, die zu reinigenden Flächen aber auch. Das hat zu hohem Arbeitsdruck geführt. Saubere Schulen gibt es nur mit sauberen Arbeitsbedingungen.“

Grüning: „Mit den Mehrkosten durch mehr Reinigungspersonal und die Umsetzung der Hygiene- und Arbeitsschutzstandards dürfen Kommunen und Schulen nicht alleine gelassen werden. Die Corona-Bekämpfung und Eindämmung in den Schulen kann sonst nicht funktionieren.“

Guido Grüning. Foto: SPD