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Impfstart in Wuppertal: „Das Licht am Ende des Tunnels“

Corona-Pandemie : „Das Licht am Ende des Tunnels“

Im Pflegeheim an der Vogelsangstraße fand der Auftakt der Wuppertaler Corona-Impfungen statt. Sie sollen nun nach und nach in der Stadt ausgeweitet werden. Die Verantwortlichen bitten jedoch um Geduld.

Das Ambiente, eine weiß getünchte, zugige Wagenhalle, war alles andere als gediegen. Doch in der Stimme von Andre Altermann, Wuppertaler Internist und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung, klang etwas Feierliches. Zwar waren am vergangenen Sonntagmorgen gerade einmal 800 Dosen des Pfizer-Impfstoffes eingetroffen. Doch das reichte, um Erleichterung und vor allem Optimismus auszulösen. Zumal im Lauf der Woche weitere 2.700 Einheiten angeliefert wurden.

„Wir sehen in unseren Praxen täglich Corona-Patienten. Wir betreuen Corona-Patienten. Wir haben auch alle unsere Liste im Kopf, wer an Corona verstorben ist. Das ist für uns eine direkte Verbindung. Wir freuen uns extremst, dass der Impfstoff jetzt eingetroffen ist, weil wir das Licht am Ende des Tunnels sehen“, so Altermann. „Wir gehen alle davon aus, dass die Verträglichkeit so, wie sie in den Zulassungsstudien war, gut ist. Wenn sich das rumspricht, rechnen wir mit einer Lawine der Bereitschaft, und darauf sind wir vorbereitet.“ Altermann dankte ausdrücklich den Kolleginnen und Kollegen, die das Impfprojekt tatkräftig unterstützen.

Momentan ist es noch nicht möglich, sich eigenständig für Impfungen gegen COVID-19 anzumelden. Darauf weist die Stadt hin. Sobald größere Kapazitäten in Wuppertal eingetroffen sind, will die Verwaltung über das genaue Verfahren informieren: „Es ist geplant, dass die Anmeldung telefonisch über zusätzliche Kapazitäten der Telefonnummer 116 117 erfolgt. Auch über eine App und online sollen Anmeldungen ermöglicht werden.“

Wichtig, so die Stadt: „Wir bitten Sie, bis dahin davon abzusehen, bei der Verwaltung nach Impf-Terminen zu fragen.“ Auch eine spontane Fahrt zum Impfzentrum am Freudenberg, in dem später bis zu 1.500 Personen pro Tag versorgt werden sollen, mache keinen Sinn. Darum bittet auch Feuerwehr-Chef Ulrich Zander nachdrücklich: „Wir kennen den Prozess noch nicht. Wir alle sind froh und dankbar, dass wir jetzt in Ruhe ohne Zeitdruck ein paar Erfahrungen sammeln können. Wir haben eine Telefonkonferenz mit den großen Heimbetreibern, damit es, wenn wir in die Fläche gehen, nicht zu größeren Problemen kommt.“

Alle Beteiligten stellten klar, dass niemand gegen seinen Willen oder ohne Zustimmung der Familienangehörigen geimpft werde. Die Zustimmung sei aber jetzt schon hoch. Dass noch ein (monate-)langer Weg bevorsteht, ist Altermann bewusst: „Es bleibt weiterhin beim Mundschutz, es bleibt weiterhin bei den A-H-A-Regeln. Das wird nicht sofort abgeschafft. Aber wenn mehrere Millionen in Deutschland geimpft sind, und wir stellen dann in der Nachverfolgung, dafür ist das Paul-Ehrlich-Institut zuständig, fest, dass glücklicherweise nicht mehr alles weitergegeben wird, dann sind wir alle sehr froh und können möglicherweise etwas beenden. Aber das wissen wir noch nicht.“

Immerhin: Der erste Schritt ist auch in Wuppertal geschafft. An einem kalten Dezember-Sonntag, der Hoffnung entfacht hat.