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Corona-Pandemie: Kein „Windhundrennen“ für Booster-Impfung notwendig

Corona-Pandemie : Booster-Impfung: Kein „Windhundrennen“ notwendig

Die Auffrischimpfungen gegen das Corona-Virus laufen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein durch die niedergelassenen Haus- und Fachärzte im Rheinland seit mehr als einem Monat „reibungslos“.

Bis Anfang der laufenden Woche hatten demnach insgesamt rund 330.000 Bürgerinnen und Bürger im Landesteil ihre dritte Impfung erhalten – die meisten davon in Alten- und Pflegeheimen oder in Praxen.

Wegen der derzeit geltenden Vorgaben von Bund und Land sowie den aktuellen Stiko-Empfehlungen erhalten momentan etwa Personen mit schweren chronischen Grunderkrankungen, über 70-Jährige, Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal von Einrichtungen der Altenpflege und medizinischen Einrichtungen eine Auffrisch- bzw. Boosterimpfung mit einem mRNA-Impfstoff – der zeitliche Abstand zwischen Zweit- und Drittimpfung liegt bei mindestens sechs Monaten. Die Stiko rät seit kurzem auch Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, zu einer ergänzenden mRNA-Impfung. Der zeitliche Mindest-Impfabstand liegt hier bei vier Wochen.

Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein: „Diese Rahmenbedingungen sind für die Praxen maßgeblich, zudem gelte grundsätzlich das ärztliche individuelle Ermessen, welche Patienten aus medizinischen Gründen eine dritte Impfung erhalten sollten. Ich appelliere daher an alle diejenigen, die unter 70 Jahre alt sind und ebenso nicht zu den vulnerablen Gruppen zählen, in diesen Tagen noch Geduld aufzubringen“.

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Dies gelte insbesondere auch mit Blick auf die jüngste Ankündigung des NRW-Gesundheitsministeriums, in den kommenden Wochen alle über 70-Jährigen im Land zusätzlich per Brief auf die Auffrischimpfung hinzuweisen. „Wichtig ist, dass der Immunschutz durch die Erst- und Zweitimpfung nicht schlagartig nachlässt, sondern nur ganz allmählich nach Monaten leicht absinkt. Ein ‚Windhundrennen‘ um die Booster-Impfung in die Praxen ist also nicht nötig.“

Laut KVNO-Chef Bergmann sind künftig ausreichend Impfstoffmengen vorhanden, um grundsätzlich jeden Impfwilligen, für den eine Auffrischimpfung empfohlen wird, erneut entsprechend immunisieren zu können. Die Kapazitäten der Niedergelassenen im Rheinland seien hierfür in ausreichender Zahl vorhanden, derzeit beteiligen sich rund 3.000 Praxen an den Corona-Schutzimpfungen. Im Schnitt führten die hiesigen Praxen derzeit wöchentlich gut 29 Impfungen durch, in den Vorwochen seien es durchschnittlich rund 27 gewesen.