Die Fachangestellten für Medien und Informationsdienste in Ausbildung (FaMi, so der offizielle Titel des Ausbildungsberufs) übernehmen in den drei Wochen eigenverantwortlich den Betrieb. An den Servicetagen Dienstag und Donnerstag stehen sie von 10 bis 18 Uhr für Beratung und Auskünfte zur Verfügung. Zudem helfen sie beispielsweise bei der Suche nach der passenden Urlaubslektüre. Die jungen Menschen gestalten das Sommerferienprogramm für Kinder und haben sich dafür einige Aktivitäten einfallen lassen.
Die Idee zur „AzubiBib“ entwickelten die Ausbildungsbeauftragten der Stadtbibliothek, Kirstin Hamann und Jennifer Riethmüller, mit der Bibliotheksleitung. Bibliotheksdirektorin Karin Röhrich: „Die beiden erfahrenen Kolleginnen haben sich dann organisatorisch gekümmert und das Projekt in den Ausbildungsplan integriert. Wegen der Berufsschule sind die Sommerferien ein sehr guter Zeitpunkt. Und ich freue mich sehr, dass sowohl die teilnehmenden Auszubildenden als auch unsere Ausbilderinnen mit viel Freude und Engagement unsere erste AzubiBiB auf die Beine stellen.“
Die gesamte operative Durchführung des Projektes liegt bei den angehenden „FaMis“. Mit viel Engagement organisieren sie den Bibliotheksalltag selbstständig: Sie erstellen die Einsatzpläne, übernehmen das Medienangebot der Stadtteilbibliothek, die Kundenberatung sowie die Planung und Umsetzung der Veranstaltungen. Während des Projektzeitraums geben sie auch regelmäßig Einblicke in ihre Arbeit: Von der Themenauswahl bis zur Veröffentlichung gestalten sie die Plattform-Kommunikation.
„Andere Bibliotheken haben mit solchen Projekten gute Erfahrungen gemacht. Bereits seit Jahren ist es beispielsweise in Dresden üblich, dass die Azubis zeitweise eine Filiale des Dresdener Bibliotheknetzes übernehmen. Dieses Konzept wollten wir auch in Wuppertal umsetzen, weil wir wissen, dass unsere Auszubildenden dieser Verantwortung gewachsen sind“, erklärt Ausbildungsleiterin Kirstin Hamann. „Ziel der AzubiBib ist, den Nachwuchskräften frühzeitig Verantwortung zu übertragen und ihnen die Möglichkeit zu geben, den Bibliotheksbetrieb eigenständig zu gestalten.“
Jennifer Riethmüller: „Die Planung und Umsetzung eines solchen Projekts stärkt Motivation und Selbstvertrauen. Gleichzeitig werden fachliche Kompetenzen und die Organisationsfähigkeit weiterentwickelt. Unsere Auszubildenden sind hochmotiviert, ihr Können unter Beweis zu stellen.“
Am Donnerstag (16. Juli) findet die Übergabe statt. An diesem Tag überreicht Kirstin Hamann als Leiterin der Stadtteilbibliothek symbolisch den Schlüssel an die Auszubildenen. Am 21. Juli geht es los, dann liegt die Verantwortung für den Standort in den Händen der Auszubildenden.
Die Stadtteilbibliothek am Rott ist als „Open Library“ jeden Tag von 10 bis 20 Uhr geöffnet, auch am Wochenende und an den Feiertagen.