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Wuppertals Straßenbäume brauchen Unterstützung

Umwelt : Wuppertals Straßenbäume brauchen Unterstützung

Sie sind natürliche Klima-Anlagen, Staubfilter, Schattenspender, Lärmminderer und wohltuend grüne Schattierungen im Grau städtischer Straßen und Gebäude: so genannte „Straßenbäume“. Rund 25.000 davon machen Wuppertals Straßen ein bisschen kühler, ruhiger und sauberer. Derzeit haben die Straßenbäume mit der großen Hitze und ausbleibendem Regen zu kämpfen.

„Davon betroffen sind besonders die jungen Bäume bis zum 5. Standjahr“, erläutert Michael Kaiser, Abteilungsleiter Grünflächenunterhaltung bei der Stadt. Mit 500 Wassersäcken versucht die Stadt, ihre jungen Bäume jetzt durch die Sommer-Saison zu bringen. Die Wassersäcke geben ihr Wasser nach und nach ab und sorgen dafür, dass der noch kleine Wurzelballen nicht austrocknet.

Bei größeren Bäumen ist das schwieriger: „Unsere wunderbaren Bestände an alten Laubbäumen wurzeln sehr tief und sehr breit. Das Wurzelwerk eines Baumes erstreckt sich auf einer Fläche, die ungefähr dem Kronenumfang entspricht und dabei großteils außerhalb des Pflanzbeetes liegt. Hier helfen die Wassersäcke leider nicht viel, weil sie zu dicht am Stamm liegen und die Wassermengen bei weitem nicht ausreichen.“ Helfen kann trotzdem jeder dem Straßenbaum an der nächsten Ecke, wenn der jetzt schon erkennbar schwächelt und braune Blätter zeigt. „Wir freuen uns sehr, wenn wir bei der Fürsorge für unsere Bäume unterstützt werden“, erläutert Kaiser. Wer mithelfen will, einen Baum in der Nachbarschaft zu versorgen, sollte dafür ein paar Tipps beachten

Viel hilft viel: Wer einem Baum in der Nachbarschaft (vielleicht gemeinsam mit anderen?) versorgen möchte, sollte einmal pro Woche acht bis zehn Eimer auf einmal zum Baum bringen. Wird der Baum stattdessen jeden Tag nur ein bisschen gewässert, bleibt das Wasser in der oberen Bodenschicht, verdunstet schnell und erreicht nicht die tiefer liegenden Baumwurzeln. Erst wenn die Baumscheibe richtig durchtränkt ist, kann der Baum das Wasser ziehen, wenn er es braucht.

Immer schön langsam: Beim Gießen erstmal die Baumscheibe gut anfeuchten und ein bisschen warten, bis das Wasser tatsächlich versickert ist. Dabei darauf achten, dass möglichst die gesamte Fläche der Baumscheibe genutzt wird. Erst dann die nächsten Eimer Wasser nachgießen. So kann das Wasser gut und bis in tiefere Schichten eindringen und den Baum versorgen.

Ganz früh, ziemlich spät: Bäume sollten früh morgens oder abends nach Sonnenuntergang gegossen werden, damit sie das Wasser gut aufnehmen können. Vielleicht ist das wöchentliche Baumgießen auch ein guter Grund, abends noch einmal die Nachbarn zu einem Schwätzchen zu treffen?

Trotzdem Wasser sparen: Es macht Sinn, nach Alternativen zum Trinkwasser zu suchen. Vielleicht gibt es einen Brunnen oder Wasser aus der Regentonne? Auch so genanntes „Grauwasser“, also abgestandenes Blumenwasser oder Waschwasser ohne Seife, das im Haushalt anfällt, hilft dabei, den Baum zu versorgen und gleichzeitig sorgsam mit der Ressource Wasser umzugehen.

Besser gemeinsam: Gemeinschaftliches Gießen unter Wahrung des gebotenen Abstands zum Schutz vor Corona macht nicht nur mehr Spaß, sondern verteilt die Versorgung der Bäume mit ausreichend Wasser auf mehrere Schultern. So können Bäume mit wenig Aufwand in trockenen Phasen gestärkt werden. Vielleicht hilft ein Aushang im Hausflur, in der Nachbarschaft oder ein Post in der Whatsapp-Gruppe dabei, den gemeinsamen Einsatz für die Bäume und ein nettes Miteinander zu verbinden?

„Wir als Wuppertaler wissen es zu schätzen, dass unsere Stadt so schön grün ist. Die Bäume im Straßenraum erfüllen eine wichtige Funktion, wenn es um die Umwelt, um Luftqualität und Lärmschutz geht. Deshalb ist es großartig, wenn uns Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, die Bäume zu erhalten“, so Oberbürgermeister Andreas Mucke.

Neben dem Wässern sind jedoch auch weitere Maßnahmen nötig, um den Baumbestand langfristig zu sichern. Aus diesem Grund wird schon seit einiger Zeit bei Neupflanzungen darauf geachtet, dass eine Standortverbesserung durchgeführt wird, indem die Durchwurzelungsräume vergrößert und mit speziellem Baumsubstrat verfüllt werden, so dass der Baum bessere Bedingungen vorfindet. Zudem wird, genauso wie im Wald, eine andere, zukunftsfähige Auswahl an Straßenbäumen gepflanzt, die mit den Herausforderungen des Klimawandels besser zurechtkommen.

„Wir beschäftigen uns aus gutem Grund mit den Folgen des Klimawandels für die Stadt und entwickeln Maßnahmen und Strategien, um die Lebensqualität in unserer Stadt auch in Zukunft zu sichern – auch bei großer Hitze oder Starkregen-Ereignissen. Neben vielen planerischen Stellschrauben spielen hier Bäume eine entscheidende Rolle. Deshalb achten wir besonders auf unseren Baumbestand – sowohl bei den Straßenbäumen als auch in unseren Grünanlagen und Wäldern“, so Umweltdezernent Frank Meyer.