Wuppertaler Wohnungsbaugesellschaft „gwg“ macht leichten Gewinn und will weiter investieren

Wuppertal · Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft („gwg“) Wuppertal hat im Geschäftsjahr 2023 nach eigenen Angaben ein „gutes Ergebnis in sehr herausfordernden Zeiten“ erwirtschaftet. Sie will in den nächsten zehn Jahren rund 233 Millionen Wuppertal investieren, davon rund 142 Millionen Euro für Modernisierung des Bestandes inklusive Aufwendungen für die Maßnahmen zur Energiewende.

Das „gwg“-Gebäude an der Elberfelder Hoefstraße.

Das „gwg“-Gebäude an der Elberfelder Hoefstraße.

Foto: Sigurd Steinprinz

Die „gwg“ besitzt als städtisches Tochterunternehmen und größte Vermieterin in Wuppertal derzeit rund 5.600 Wohnungen, darunter 120 Senioren-Service-Wohnungen. Außerdem vermietet sie rund 40.500 Quadratmeter Gewerbefläche.

„Wie bereits im Vorjahr liegen die wesentlichen wirtschaftlichen Kenngrößen – dank ausgeprägter Anpassungsfähigkeit und intensiver operativer Steuerung in Krisenzeiten – besser als geplant. So konnte die gwg ihre Unternehmensziele weiterverfolgen und wichtige Projekte umsetzen“, hieß es im Rahmen der Bilanzpressekonferenz.

Kernzahlen zum Wirtschaftsjahr 2023

Das Wirtschaftsjahr 2023 schloss demnach mit einem Gewinn von rund 0,7 Millionen Euro (Vorjahr 1,3 Millionen Euro). Gegenüber dem Plan ergibt sich eine Verbesserung von knapp 30 Prozent (plus 156.000 Euro). Rund 14 Millionen Euro hat die „gwg“ im vergangenen Jahr für sonstige betriebliche Aufwendungen, Personal und Zinsen ausgegeben – damit stieg die Summe der Kosten gegenüber dem Vorjahr um rund 1,1 Millionen Euro (plus 8,6 Prozent).

Die Umsätze aus der Hausbewirtschaftung haben sich von 39,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 40,9 Millionen Euro in 2023 um rund 4,2 Prozent erhöht. Das Rohergebnis ist von 22,2 Millionen Euro in 2022 auf 22,9 Millionen Euro in 2023 um circa 3,4 Prozent gestiegen. Das Eigenkapital wurde um 270.000 Euro ausgebaut werden. Durch das Bilanzsummenwachstum 3,5 Millionen Euro (plus 0,9 Prozent) ging die Eigenkapitalquote gleichwohl von 25 Prozent im Vorjahr auf 24,9 Prozent leicht zurück.

Um ihr unternehmerisches Denken und Handeln den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen anzupassen, analysiert und überarbeitet die „gwg“ alle drei Jahre ihre Unternehmensstrategie. Künftig will die Stadttochter ihre Kernaufgaben in den Bereichen nachhaltige Wohnungswirtschaft, Digitalisierung und Innovation, Personal und Arbeitswelten, Prozesse und Strukturen sowie Geschäftsentwicklung und Finanzen noch stärker vorantreiben.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurde das Wohnungsunternehmen als „Digitalpionier der Wohnungswirtschaft“ ausgezeichnet und hat erstmalig eine Entsprechenerklärung nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex veröffentlicht. „Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist die Fertigstellung der neuen gwg-Raumwelten mit dem Fokus auf Kunden- und Arbeitgeberattraktivität, um Kundennähe und hohe Beratungsqualität langfristig zu sichern und sich als attraktives Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren“, so die „gwg“.

Vermietungssituation

Die positive Leerstandsentwicklung der vergangenen Jahre setzte sich auch in 2023 fort. Zum Jahresende standen rund 1,5 Prozent (2022: 1,7 Prozent) der gwg-Wohnungen leer. Die um den strategischen Leerstand im Wohnpark Schellenbeck (Agnes-Miegel-Straße) bereinigte Quote lag bei nur rund 1,1 Prozent. Damit liegt der Anteil leer stehender Wohnungen im Bestand der „gwg“ deutlich unter dem gestiegenen gesamtstädtischen Wert (2022/2023: 5,7 Prozent).

Thema Bauen und Wohnen

„Die Wohnungswirtschaft sieht sich aktuell mit enormen Lasten konfrontiert. Die Baukosten befinden sich auf Rekordniveau, während die Kapazitäten der Bauwirtschaft teilweise nicht ausreichen, um die Nachfrage zu befriedigen. Hinzu kommen ständig steigende Anforderungen an den Wohnungsbau, die durch die allgemeine Inflation und steigende Personalkosten noch verschärft werden. Auch die Kreditkosten sind deutlich gestiegen, was die Bezahlbarkeit des Wohnens zusätzlich belastet“, so die „gwg“.

Und weiter: „Die unzureichende Förderung der Klimaneutralität und die unsicheren Rahmenbedingungen tragen ebenfalls zur schwierigen Situation bei. Als Folge dieser Entwicklungen sind die Ertragspotenziale stark eingeschränkt und damit die notwendigen Fortschritte bezüglich des Wohnungsbaus und der Klimawende in Gefahr.“

Man stemme sich „dieser Ausgangslage entgegen und verfolgt mit Innovationen und einem hoch motivierten Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konsequent ihre Ziele. Hierzu zählt auch die neue Ausrichtung des Klimapfades am Prinzip der Kosteneffizienz, was dabei hilft, einen Teil der oben genannten Nachteile auszugleichen.“