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Wuppertaler Fairhandelshaus: GEPA-Klimaschokolade knackt 50.000-Marke

Wuppertaler Fairhandelshaus : GEPA-Klimaschokolade „knackt“ 50.000-Marke

Bereits fünf Monate nach Einführung haben Verbraucherinnen und Verbraucher rund 51.500 Tafeln der neuen Klimaschokolade „#Choco4Change“ des Fair-Handelshauses GEPA gekauft, das seinen Hauptsitz in Wuppertal hat. Ziel ist es, binnen eines Jahres mindestens 100.000 Schokoladen abzusetzen.

Durch den Klimaschutz-Beitrag von 20 Cent pro Tafel sollen insgesamt 8.500 Bäume der Kakao-Kooperative CECAC-11 (São Tomé) und 400 energieeffiziente Holzöfen der Kaffeekooperative KCU (Tansania) finanziert werden. Auch hier ist der Plan bereits vor Erreichen der „Halbzeit“ um mehr als die Hälfte erfüllt worden.

Insgesamt hat die GEPA 2020 nach eigenen Angaben 1.280,8 Tonnen Süßwaren abgesetzt – 12,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das entspricht 15,7 Millionen Schokoladenprodukten, neben Tafeln auch Confiserie und Saisonprodukte wie Schokobischöfe oder Osterhasen. Statistisch gesehen, haben demnach circa 18,9 Prozent der 83,2 Millionen Einwohner Deutschlands im vergangenen Jahr einmal zu einem GEPA-Schokoladen-Produkt gegriffen. Rund 93 Prozent der GEPA-Schoko-Artikel waren bio-, meist sogar nach dem höheren Naturland-Standard zertifiziert.

Seit vielen Jahren unangefochten an der Spitze steht die „Edelbitter 85%“, die in diesem Jahr erstmals die Millionengrenze im Absatz überschritten hat. In den „Top Ten“ folgen drei weitere Bio-Bitterschokoladen: „Zarte Bitter Orange“, „Zarte Bitter 70%“ und „São Tomé 95%“. An zweiter Stelle im GEPA-Schokoladenranking steht wie in den Vorjahren die Spezialität „Fleur de Sel“. Ihre Bittervariante „Noir“ hat eine der höchsten Steigerungsraten unter den Tafeln. Die Bittervarianten „Chocolat Noir Salty Caramel“ und „Chocolat Noir Salty Almonds“ aus dem Segment „Taste Fair Africa“ finden ebenfalls großen Anklang.

 Kakaobauer Agoro M. Daouda von „gebana Togo“:
Kakaobauer Agoro M. Daouda von „gebana Togo“: Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing

Bei Saisonprodukten wie Osterhasen und Nikoläusen musste die GEPA Rückgänge verzeichnen. Diese Produkte werden hauptsächlich in Weltläden und bei Aktionsgruppen vertrieben. Corona-bedingt waren im Frühjahr viele Weltläden geschlossen oder hatten verkürzte Öffnungszeiten. Im Advent fanden keine Weihnachtsmärkte statt, wo sonst auch viele GEPA-Saisonprodukte verkauft werden. Im Rahmen der Aktion „Dankeschön Nikolaus“ verschenkte die GEPA Zehntausende Schokobischöfe an Kinder, Ältere, Kranke, Häftlinge und die Corona-Heldinnen und Helden in Grund- und Förderschulen, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Hospizen, Seniorenheimen, Krankenhäusern und Justizvollzugsanstalten.

Die GEPA zahlte im vergangenen Jahr ihren Partnergenossenschaften in Lateinamerika und Afrika durchschnittlich etwa 3.600 US-Dollar pro Tonne Bio-Kakao. Sie lag damit 56,5 Prozent über dem durchschnittlichen Weltmarktpreis. Faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen sind zentral für die Kakaobauernfamilien, damit Kinder nicht mitarbeiten müssen, sondern Bildungschancen und Perspektiven für die Zukunft haben. Sylva Akpaku, Kakaobauer des GEPA-Partners „gebana Togo“: „Wir schätzen diese Initiative für Bio-Kakao sehr. Es ist unser sehnlichster Wunsch, dass sie noch lange fortgesetzt werden kann, damit auch unsere Kinder und Enkelkinder vom Bio-Kakao-Anbau profitieren können.“

 Bio-Kakaobauer Sylva Akpaku vom GEPA-Kakaopartner „gebana Togo“. Er wünscht sich, dass auch seine Kinder und Enkelkinder vom Bio-Kakao-Anbau profitieren können.
Bio-Kakaobauer Sylva Akpaku vom GEPA-Kakaopartner „gebana Togo“. Er wünscht sich, dass auch seine Kinder und Enkelkinder vom Bio-Kakao-Anbau profitieren können. Foto: GEPA - The Fair Trade Company/A. Welsing
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Die Realität sieht anders aus: Immer noch schuften rund 1,5 Millionen Kinder auf Kakaoplantagen in Westafrika, wo rund 70 Prozent des in Deutschland verarbeiteten Kakaos angebaut werden. Diese Kinder haben meist noch nie eine Schule von innen gesehen.

In ihren Vollmilchschokoladen verwendet die GEPA auch Naturland Fair-zertifiziertes Milchpulver der Milchwerke Berchtesgadener Land. Das trägt dazu bei, ökologisch-kleinbäuerliche Milchwirtschaft auch hier in Deutschland zu fördern und zu erhalten. Wie aktuell das Thema „Faire Milchpreise“ ist, zeigen die jüngsten Bauernproteste gegen Preisdumping von Discountern. Viele Milchbetriebe haben in den vergangenen Jahren aufgegeben, weil sie nicht mehr kostendeckend arbeiten können.