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Tonnen statt Säcke

Tonnen statt Säcke

Im Jahr 2017 endet der Vertrag zwischen der Stadt und dem Abfallentsorger AWISTA. Bis März 2016 muss jedoch die schriftliche Kündigung erfolgen, damit eine europaweite Ausschreibung der Dienstleistung erfolgen kann.

Die Stadtverwaltung stellte jetzt das neue Abfallkonzept in öffentlicher Diskussion vor.

"Für den neuen Entsorgungsvertrag ist eine europaweite Ausschreibung, deren Vorbereitung erfahrungsgemäß etwa ein Jahr benötigt, vorgeschrieben. Deshalb wollen wir unser Abfallkonzept möglichst frühzeitig beschließen lassen und mit den Bürgern diskutieren", erläuterte Abfallberaterin Ulrike Eberle am vergangenen Dienstag vor rund 80 Zuhörern im Ratssaal.

Den Anlass dazu bot vor allem die wesentliche Änderung bei der Müllabfuhr: Die Stadt will die Müllsäcke abschaffen und durch Tonnen ersetzen. "Die bislang genutzten Restmüllsäcke entsprechen nicht der gesundheitlichen Fürsorge der Müllabholer. Die körperliche Belastung durch das Anheben der mitunter schweren Säcke ist nicht zumutbar", erklärte die Abfallspezialistin, die sich durch das neue Konzept einen wirtschaftlicheren Betrieb der Müllabfuhr verspricht. Des Weiteren wird der Müll nur alle 14 Tage abgeholt und die Sammlung sperriger Gartenabfälle entfällt.

Im Publikum herrschten zu dem Vorhaben geteilte Meinungen. Die Befürworter der Müllsäcke befürchteten, dass in vielen Häusern kein Platz für die Mülltonnen vorhanden sei. Zudem erlaubten die Müllsäcke einen flexiblen Umgang mit dem aufkommenden Abfall. Die Verfechter der Mülltonne hielten dagegen. Sie betonten die leichte und sichere Handhabung der Tonnen. Für sie spricht auch, dass die Tonnen in Wülfrath längst auf dem Vormarsch sind.

Erfahrungen aus Mettmann, wo die Tonnen vor kurzem eingeführt wurden, bestätigten das. Lediglich 20 Haushalte dürfen dort per Ausnahmegenehmigung weiterhin Müllsäcke nutzen. Jetzt muss die Politik entscheiden, ob Wülfrath dem Mettmanner Beispiel folgt.