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Teure Silvesternacht

Teure Silvesternacht

Nur ein Stern auf der Schulter heiße "Toilettenputzer" und die Polizei habe ihm nicht zu sagen, wie laut er seine Musik einstellt — diese Schimpfattacke am Rand einer Silvesterfeier kommt einem angehenden Dreher (24) aus Ronsdorf jetzt teuer zu stehen.

Das Amtsgericht verurteilte ihn zu 1.800 Euro Geldstrafe wegen Beleidigung.

Der Mann hatte zugegeben, zwei Polizisten mit derben Sprüchen angegangen zu haben, die auf Bitte von Nachbarn für etwas Zurückhaltung beim Feiern in einem Haus an der Erbschlöer Straße sorgen sollten. Der 24-Jährige auf der Anklagebank versuchte, den Streit im lockeren Ton herunter zu spielen: "Wir hatten Whisky-Cola getrunken, die Mädels irgendwas anderes." Sein Anwalt Klaus Wülfing führte an: "Er meinte das doch gar nicht so; das war nur ein dummer Scherz."

Den habe der Angeklagte aber noch viermal wiederholt, führte der Staatsanwalt an. Und dann habe der Azubi den Beamten auch noch vorgehalten: "Guckt mal auf euren Gehaltsscheck und dann vergleicht das mit meinem."

Ein Polizeikommissar (21) berichtete in der Verhandlung, dass die Stimmung auf der Party mit vielleicht 15 Gästen von Anfang an gegen ihn und eine Kollegin gewesen sei: "Der hat uns klar gemacht, dass wir seinen Teppich schon mal überhaupt nicht betreten dürfen." Schließlich sei die Situation "bedrohlich" geworden; sie hätten die Feier fast aufgelöst: "Wir waren aber zu wenige."

Bei den Verhältnissen des 24-Jährigen entspricht die Strafe mehr als einem Monatslohn. Richter Markus Schlosser stellte klar: "Sie sind jetzt nicht mehr in dem Alter, in dem Sie sich vor Ihren Freunden profilieren müssen."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.