Bahnhof Mirke: Startschuss für den "Utopiastadt Campus"

Bahnhof Mirke : Startschuss für den "Utopiastadt Campus"

Die Utopiastadt gGmbH hat von Grundstückseigentümer "Aurelis" 11.000 Quadratmeter rund um den Bahnhof Mirke für das Projekt "Utopiastadt Campus" erworben. Zugleich sicherte sie sich die Kaufoptiom für einen weiteren, rund 24.700 Quadratmeter großen Abschnitt.

Künftig sollen auf den zentralen Gewerbeflächen Wirtschaft, Wissenschaft, soziale und ehrenamtliche Organisationen sowie Kreative gemeinsam Stadtentwicklungskonzepte erproben und realisieren.

Vorazusgegangen waren intensive Planungen der "Utopisten" mit Unterstützung aus Verwaltung und Politik auf Kommunal- und Landesebene sowie Spenden der Stadtgesellschaft in Höhe von rund 50.000 Euro. "Transformation hin zu Nachhaltigkeit und Gemeinwohl findet auf vielen Ebenen statt. Dabei ist ins besondere auch die kooperative Entwicklung von Gewerbeflächen existenziell für eine zukunftsfähige Stadt", so Christian Hampe, Geschäftsführer der Utopiastadt gGmbH. "Hier braucht es Theorie und Forschung, aber auch die praktische Erprobung und Umsetzung. Der 'Utopiastadt Campus‘ ist der Ort, um all das miteinander zu verbinden"

Aus dem alten Bahnhof Mirke soll Raum für einen "andauernden Dialog zwischen Unternehmen, Sozialeinrichtungen, Kultur und Nachbarschaft geschaffen werden. So können diese durch den stetigen Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen und

Die neu gewonnene Fläche solle durch wirtschaftlichen Mehrwert zu sozialen und kulturellen Innovationen führen. "Diese sind aus der Sicht der Utopisten eine wichtige Antwort auf Herausforderungen und Bedarfe eines Quartiers, ohne dabei einkommensschwache Nachbarinnen und zum Wegzug zu zwingen, sondern sie vielmehr in die gesamte Stärkung des Quartiers einzubinden.Gemeinschaft sorgt durch die Kultivierung von öffentlich genutzten Bereichen wie zum Beispiel Parks, Kindergärten oder Kultureinrichtungen dafür, dass umliegende Grundstücke an Wert gewinnen. Wie im Gegenzug die Gemeinschaft auch an dem wirtschaftlichen Mehrwert teilhaben kann, erprobt Utopiastadt im Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft und Kreativen vor Ort ganz praktisch mit der Entwicklung des ,Utopiastadt Campus."

Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts: "Durch die gemeinwohlorientierte Flächenentwicklung ist der neue Utopiastadt Campus nicht nur für das Quartier und die Stadt Wuppertal von großer Bedeutung, sondern birgt auch Potenzial für die Entwicklung eines ganz neuen Wohlstandsmodells. Dadurch kann Wuppertal, eine Wiege der Industrialisierung, erneut eine führende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung erringen."

Die Weiterentwicklung von Utopiastadt auf einem Campus und die intensivere Verknüpfung von Unternehmen, Projekten und Initiativen soll zudem die Möglichkeit bieten, überregionale sowie transnationale Strahlkraft zu entwickeln. "Der Utopiastadt Campus soll auch R aum für aussichtsreiche Großprojekte schaffen, wie zum Beispiel die Ausrichtung von Messen und Ausstellungen zu Mobilität, Energie und Wohnen oder die umfangreiche Entwicklung der Brachflächen für Bildung und Qualifizierung", so Johannes Schmidt, Vorstandsmitglied des Fördervereins und Projektleiter.

Damit diese Vorhaben eine angemessene Zeit zur Entwicklung haben, soll die Fläche durch temporäre Zwischennutzungen bespielt werden: Kulturveranstaltungen und Märkte, Außenlagerflächen sowie Parkplätze für das Mirker Quartier und Besucherinnen und Besuchern des Rad- und Freizeitwegs Nordbahntrasse können sowohl ohne große investive Maßnahmen ad hoc umgesetzt, als auch kurzfristig für einzelne Entwicklungsmaßnahmen wieder beendet oder verlagert werden.

Die zwei ersten Bau- bzw. Sanierungsprojekte werden ab 2019 genutzt. Dazu gehören ein Kulturkindergarten des sozialen Trägers "Alte Feuerwache" und eine Gemeinschaftswerkstatt in der alten Gepäckabfertigung des Bahnhofs.

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