Neumarkt: Kaiserliche Hardt-Enthüllung

Neumarkt : Kaiserliche Hardt-Enthüllung

200 Jahre und neun Tage nach der ursprünglichen Fertigstellung des sogenannten Drei-Kaiser-Denkmals auf dem Neumarkt wurde am Samstag auf der Hardt, wo das Denkmal heute steht, bei eisigen Temperaturen eine Info-Stele der Öffentlichkeit übergeben.

Dazu gab es Besuch aus Russland, Musik, Reden — und auch einige kritische Anmerkungen.

Foto: Rundschau

Vor fünf Jahren, als der Kulturausschuss beschlossen hatte, eine russische Spende zur endgültigen Restaurierung des Denkmals anzunehmen, hatte das Drei-Kaiser-Thema vor großes Aufsehen in Wuppertal gesorgt. Teilweise restauriert worden war eines der ältesten Denkmäler der Stadt schon im Jahr 2000 — mit finanzieller Unterstützung der Familie Mittelsten Scheid. Das jetzt seit drei Jahre wieder komplette Ensemble aus vier Säulen mit goldgeflammten Spitzen, einem Zaun und einem Baum in der Mitte erinnert an die Befreiung Europas von den französischen Truppen Napoleons durch eine Allianz von Preußen, Österreich und Russland. Ursprünglich trug das Ganze den Namen "Freiheitsdenkmal". Schon 1894 wurde die Steinumfassung vom Neumarkt auf die Hardt verlegt.

Foto: Rundschau

Drei der Säulen tragen die Namen des österreichischen Kaisers Franz I., des russischen Zaren Alexander I. und des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III., die vierte Säule erinnert an die Elberfelder "Eichengesellschaft", die aus Freude über die Befreiung von der französischen Herrschaft das Denkmal 1817 hatte errichten lassen.

Über diese wechselhafte und teilweise auch verwirrende Geschichte informiert jetzt eine Stele, die gegenüber dem Denkmal enthüllt wurde. Finanziert hat die Stele die Sparkasse. Beim kleinen Festakt gab es eine Rede von OB Andreas Mucke, Hintergründe von Historiker Professor Klaus Goebel und streckenweise kritische Worte von Albrecht Fischer von Mollard, der zur sogenannten Unterzeichnergruppe gehört, die sich vor Jahren für die Komplettrestaurierung des Denkmals stark gemacht hatte.

Fischer von Mollard warf der Stadtverwaltung vor, in der Vergangenheit kein "zupackendes Engagement für das Denkmal" gezeigt zu haben. Und er forderte OB Andreas Mucke nachdrücklich auf, eine Bronzetafel, die auf dem Rasen vor dem Denkmal steht, entfernen zu lassen, da diese Tafel (im Gegensatz zur nun neuen Stele) historische Falschinformationen enthalte.

Mit von der Partie bei der Info-Stelen-Enthüllung war übrigens auch der stellvertretende Generalkonsul Russlands, Valeriy Sidorov. Russland hatte für die Restaurierung des Denkmals etwa 70.000 Euro locker gemacht. Weiteres Geld war vom russisch-deutschen Kulturverein "Applaus" gekommen.

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