Hype um E-Zigaretten: Wie sieht die Zielgruppe eigentlich aus?

Hilfreiches Ersatzmittel : Hype um E-Zigaretten: Wie sieht die Zielgruppe eigentlich aus?

Deutschland dampft – das besagen zumindest die Zahlen. Interessant ist deswegen der Blick darauf, welche Profile besonders wichtig für den aufstrebenden Markt sind.

So sieht die Szene aktuell aus

Glaubt man den Meinungsführern der jungen Branche, ist die E-Zigarette ein Produkt für alle Menschen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen vertreten sind. Die große Dampfer-Umfrage von 2018 gibt Aufschluss:

  • Männer sind eindeutig in der Überzahl: Sie machen 76,5 Prozent der Nutzer aus. Einer der Gründe dafür könnte die höhere Affinität zu Technikprodukten sein.
  • Beim Alter zeigt sich ebenfalls eine klare Verteilung: Die wichtigste Gruppe (mit 28,61 Prozent) sind die 36- bis 45-Jährigen, dicht gefolgt von den 26- bis 35-Jährigen mit 25,44 Prozent und den 46- bis 55-Jährigen mit 24,97 Prozent. Davor und danach fallen die Zahlen stark ab. Zusammengefasst sind beinahe 80 Prozent aller Dampfer zwischen 26 und 55 Jahre alt, das Durchschnittsalter liegt bei 42 Jahren. Jugendliche sind dabei so gut wie gar nicht vertreten, ihr Anteil macht gerade einmal 0,09 Prozent aus.
  • Bei Finanzlage und Bildungsgrad drängt sich die Mittelschicht auf. Etwas mehr als 40 Prozent aller Dampfer besitzt einen Realschulabschluss, das ist mehr als doppelt so viel wie alle anderen Abschlüsse (etwa Hauptschule oder Gesamtschule) einzeln betrachtet. Beim monatlichen Einkommen fallen rund 44 Prozent in die Kategorie von 1.500 bis 3.000 Euro. Sowohl bei Gering- als auch bei Top-Verdienern ist die Quote im niedrigen einstelligen Bereich und beinahe zu vernachlässigen.
  • Etwas gleichmäßiger sieht es beim Familienstand aus, auch wenn Singles und Geschiedene hierbei nach unten ausreißen. Dies könnte daran liegen, dass alleinstehende Menschen nicht so häufig aus Rücksicht auf andere mit dem Rauchen aufhören und die E-Zigarette als Ersatz ausprobieren möchten, da die externe Motivation fehlt.

Denn Einigkeit gibt es nur bei der Motivation, die zur E-Zigarette führt: Der überwiegende Großteil der befragten Dampfer kommt vom Tabakrauchen und sieht in der E-Zigarette ein hilfreiches Ersatzmittel. Bei 62 Prozent scheint dies laut Umfrage vollständig geklappt zu haben, während beinahe 20 Prozent dadurch zumindest weniger rauchen.

Was bedeuten diese Zahlen nun?

Der E-Zigarettenmarkt legt weiterhin wachsende Zahlen vor, doch die Statistiken zeigen, dass sich längst nicht alle Menschen gleich angesprochen fühlen. Die Zielgruppe zeichnet ein relativ klares Bild, das nicht allzu heterogen ist. Ob sich das mit wachsender Verbreitung ändert, bleibt abzuwarten, nicht zuletzt wegen der Regulierungen, die den Markt immer wieder vor neue Herausforderungen stellen.