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Aus für Wuppertal-Achse?

Aus für Wuppertal-Achse?

Ende August ist Schluss: Das spektakuläre Stadtmodell im Maßstab 1:87 wird abgebaut, weil der Verein die Miete in Wichlinghausen nicht mehr zahlen kann. Die Verwaltung sucht jetzt nach alternativen Quartieren und der Initiator nach neuen Sponsoren.

Es gibt selbst gestellte Aufgaben, die ein ehrenamtliches Leben übersteigen! Als engagierte Wuppertaler 2005 beschlossen, ein Modell im Maßstab 1:87 zu erstellen, das die Stadt im Gründungsjahr 1929 zeigt, rechneten sie mit einem halben Jahrhundert Bauzeit. 140 Meter soll die fertige Modellstadt an deren Ende lang sein. Nun aber sind mehrere Unterstützer und Stiftungen abgesprungen, deshalb kann der Verein die Miete für die Gewerbefläche in der Königsberger Straße 1 nicht mehr bezahlen und muss den Standort Ende August verlassen.

Viele Bauteile sind bereits verpackt und in ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Lager nach Solingen transportiert. Täglich lassen Vorsitzender Dr. Peter Holbeck und Karl Hundsdörfer weitere Modelle, wie das Opernhaus, Rathaus, Döppersberg, Thalia und Stadthalle in Kartons verschwinden. Vor allem den früheren Vorsitzenden Karl Hundsdörfer packt die Wehmut, weil er schwer erkrankt ist und nicht mehr die Zukunft gestalten kann, auf die Peter Holbeck und die 17 Mitglieder hoffen.

Die Nachricht vom drohenden Aus für die "Wuppertal-Achse" lässt die Verwaltung der "echten" Stadt nicht kalt. Mit Karl Hundsdörfer sondierten Kulturdezernent Matthias Nocke, Museumsdirektor Dr. Eberhard Illner, Gebäudemanagementchef Dr. Hans Flunkert und Martina Eckermann vom Presseamt Lage und Unterstützungsmöglichkeiten. Die Stadtwerke könnten eine Werkstatt zur Verfügung stellen, das ehemalige Konsumgebäude an der Münzstraße wäre ein Ort, zu dem der historisch orientierte Verein auch eine Nähe hätte.

Mögliche Alternative: Nachdem sich Dr. Achim Bünger und seine Tochter Anne Teile des Stadtmodells angesehen haben, machten sie Holbeck und Hundsdörfer Hoffnung, die "Wuppertal-Achse" in einer ehemaligen Produktionshalle der 2012 stillgelegten Textilfabrik BOB-August Bünger unterbringen zu können. Diese Fabrik rahmt zwischen Wichlinghauser-, Breslauer- und Max-Planck-Straße die Nordbahntrasse ein und soll in den nächsten Jahren entwickelt werden.

Bevor Verhandlungen zwischen "Wuppertal-Achse" und Bünger entscheidungsreif werden, soll ein Wirtschaftsplan die Finanzkraft der Ehrenamtler klären. Gefragt sind Spender und Beiträge zahlende Mitglieder, die monatlich gemeinsam rund 1.500 Euro aufbringen. Mit ihrer Hilfe könnten einzelne Eyecatcher aus der bisherigen Modellwelt als Highlights ausgestellt werden, um den Raumbedarf kleiner zu machen.

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Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, wollen Peter Holbeck (Tel. 0171/317 77 52) und Karl Hundsdörfer (0171/217 74 67) ihren Traum nicht aufgeben und suchen auch handwerklich begabte Mitstreiter für den Weiterbau.