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ISG Barmen-Werth: „Wohnzimmer schöner gemacht“

ISG Barmen-Werth : „Wohnzimmer schöner gemacht“

Die Immobilien-Standort-Gemeinschaft (ISG) Barmen-Werth hat sich in den bald fünf Jahren ihres Bestehens als für den Stadtteil unverzichtbar erwiesen. Ihre Verdienste ("phänomenale Leistung") lobt auch Oberbürgermeister Andreas Mucke, weil Interessenvertretung notwendig ist, obwohl die herkömmlichen Werbegemeinschaften "out" scheinen.

Die ISG ist ein zeitlich begrenzter Interessenverbund von Hauseigentümern im Werth. In fünf Jahren wurde eine Million Euro investiert, um den Wert der Immobilien zu erhalten oder gar zu erhöhen. Trotz der positiven (Zwischen-)Bilanz muss der ISG-Vorstand seine Mitglieder überzeugen, eine ISG 2.0 mit neuen Beiträgen anzuhängen.

Von "vereinten Kräften" sprach ISG-Vorsitzender Oliver Alberts jetzt beim ISG-Forum 2017 und meinte das hohe personelle Engagement von Vorstandsmitgliedern und Partnern. Juwelier Mathias Wewer bringt als zweiter Vorsitzender von seinen 50 Wochenstunden zehn für sein ehrenamtliches Wirken auf.

Durch die erlebnisreichen Events mit dem spektakulären und überragend gut besuchten Schokoladenfestival als absolutem Höhepunkt wurde das Image Barmens mit erhöhter Aufenthaltsqualität deutlich verbessert. Vom Werth sind alte Blumenkübel und 13 Glasvitrinen verschwunden. 25 Verteilkästen wurden appetitlich gestaltet, neue moderne Sitzgelegenheiten im grün-silbernen Design laden zum Verweilen ein. Dazu kommen viele Illuminationen — und City-Hausmeister Paul Decker.

Eine Zukunftsaufgabe bleibt die Anbindung an die Nordbahntrasse am Heubruch, wo eine neue Wohnstadt entstehen wird. Idealisten träumen von einer Überwindung des Höhenunterschiedes durch einen gläsernen Aufzug.
Das bisher Erreichte ist für die ISG-Akteure kein Grund zum Ausruhen. Leerstehende Ladenlokale sollen durch ein professionelles City- und Angebotsmanagement gemindert werden. Mathias Wewer: "Leerstände nehmen zu, obwohl wir viele Anfragen von Interessenten haben, die wegen zu geringer Handelsflächen abgelehnt werden müssen."

"Herz und Verstand" attestiert Oberbürgermeister Andreas Mucke den Kreativköpfen im Werth, weil sie es verstanden haben, "das Wohnzimmer der Barmer schön zu machen". Und: "Das Miteinander klappt so gut, dass die Elberfelder aus der Poststraße neidisch Richtung Osten schauen." Die ISG treibt die Stadt an, die mit Mitteln aus dem Bundesinvestitionsprogramm 3.500 Quadratmeter neues Pflaster im Werth, Rolingswerth, in Schuchard- und Lindenstraße verlegt. Im Rahmen der Qualitätsinitiative "Wuppertal 2025" sollen weitere 13 Millionen Euro nach Barmen fließen. Mucke: "Wir investieren in Köpfe und Steine!"

Einen Wunsch gibt Mathias Wewer OB Mucke ins Rathaus mit: "Wir haben zwar sehr gute Parkmöglichkeiten um uns herum, aber an den Straßenrändern brauchen wir für eilige Kunden eine 'Brötchentaste'." Die Höhne wird von der ISG nicht bespielt. Auf den Betonklotz ("Bausünde") am Alten Markt hat die ISG keinen Einfluss und beklagt die frühere politische Fehlentscheidung.

Um die dauerhafte Attraktivität des Einzelhandels müssen sich die Kaufleute kümmern. Allerdings ist die Kaufkraft im östlichen Gürtel der Stadt deutlich geringer als im Westen. Deshalb hat es der inhabergeführte Fachhandel besonders schwer.