1. Lokales

Volle Bühne - volle Halle

Volle Bühne - volle Halle

So hatten sich die Veranstalter das erhofft. Dreimal die Stadthalle ausverkauft — jeweils mit begeisterten Zuschauern — Jethro Tull erwies sich als das erhoffte Zugpferd für die zweite Auflage von "Rock meets Classic" mit dem Wuppertaler Sinfonieorchester und der Kantorei Barmen-Gemarke.

Doch der heimliche Star des Abends war nicht der Mann an der Flöte...

Weltpremiere: Alleine drei Titel aus dem Album „Aqualung“ hatte John O’Hara (u.r.) für den Chor arrangiert. Foto: Björn Ueberholz

Keine Frage, Bandleader Ian Anderson ist nach wie vor ein hochmusikalischer Irrwisch, der selbst mit 67 Jahren seine berühmten Flöten-Soli auf einem Bein ohne Wackler absolviert. Auch ansonsten überzeugt er mit solider Technik an der akustischen Gitarre und seiner unverwechselbaren Stimme, die freilich die ganz hohen Lagen nicht mehr so richtig mag.

Hinter ihm aber ist Keyboarder John O'Hara der eigentliche musikalische Leiter des Abend. Wie er mit entspannter Mimik abwechselnd über die Tasten huscht, Orchester und Chor dirigiert, Schlagzeug und Bass im Ohr hat und dann noch Andersons Improvisationsläufe mit einrechnet — das ist schon ganz großes Kino. Obendrein stammten aus seiner Feder die (umfangreichen) Orchester- und die (eher überschaubaren) Chorarrangements. Kompositorische Fähigkeiten hat er auch schon anderweitig unter Beweis gestellt, etwa mit einer Oper, die 2013 beim renommierten "Three Choirs Festival" in der Gloucester Cathedral aufgeführt wurde. Beim Abschied vom Chor übergab O'Hara unverbindlich Gemarke-Leiter Wolfgang Klaesener eine Partitur des Chorparts...

Auch die Veranstaltergemeinschaft "The bowl" denkt bereits an die Zukunft. 2017 sollen Chor und Orchester erneut rocken. Diesmal vielleicht mit einer US-Größe ...

(Rundschau Verlagsgesellschaft)