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Erinnerung ans Burgholz-Massaker

Erinnerung ans Burgholz-Massaker

Zum 70. Jahrestag des Burgholz-Massakers lädt das Regionalbüro von "Arbeit und Leben" zusammen mit zahlreichen anderen Organisationen am Samstag (28. Februar 2015) zu einer besonderen Gedenkfeier ein.

Es gibt eine Wanderung zum vergessenen Massengrab in der Nähe des ehemaligen Schießstandes der Wuppertaler Polizei im Burgholz.Treffpunkt ist um 15 Uhr die Bushaltestelle "Obere Rutenbeck" an der Küllenhahner Straße.

Vor 70 Jahren ermordeten Angehörige der Wuppertaler Kriminalpolizei und Gestapo 30 russische und ukrainische Zwangsarbeiter und verscharrten sie in einem Massengrab. Die Täter wurden später von der britischen Militärjustiz verurteilt. Es gab sechs Todesurteile, die meisten Angeklagten erhielten hohe Haftstrafen. Aber: Die Todesurteile wurden nicht vollstreckt - und keiner der Täter war länger als sechs Jahre im Gefängnis.

Von den Opfern, die exhumiert und später auf Anweisung der Alliierten auf dem Cronenberger Friedhof an der Schorfer Straße bestattet wurden, ist kaum etwas überliefert. Nur der Name eines Opfers, der ukrainischen Lehrerin Helena Matrosowa, wurde bekannt. Ein offizielles Gedenkzeichen an dem noch vorhandenen Massengrab oder eine Hinweistafel an den Überresten des Schießstandes gibt es bis heute nicht. Dabei dürfte es sich hier um den einzigen Massenmord der Nazi-Zeit auf Wuppertaler Stadtgebiet handeln.

Im Anschluss an die (kurze) Wanderung und die Erinnerung am Massengrab geht es mit Autos zum Friedhof an der Schorfer Straße, wo der zweite Teil der Gedenkfeier an den Gräbern der Ermordeten stattfindet. Dieser Teil der Veranstaltung wird von der "Alpha"-Jugendwerkstatt Alpha und Liselotte Bhatia vom Verein "Spurensuche - NS-Geschichte in Wuppertal" gestaltet. Im Anschluss soll über die weitere Gedenk- und Bildungsarbeit im Burgholz beraten werden.