Wuppertaler Verkehrsgeschichte ist Schwebebahn. Aber nicht nur. Die ehemalige Bundesbahndirektion am Döppersberg zeugt davon, dass Elberfeld und Barmen bereits im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle im aufstrebenden Eisenbahnverkehr spielten. Warum ausgerechnet diese beiden Städte?
Die Antwort liegt in der damals boomenden Industrialisierung entlang der Wupper, die das heutige Wuppertal bei der Entwicklung eines wachsenden Schienennetzes in der Region zu einem Standort mit strategischer Bedeutung machte. So wurde 1850 die „Königliche Direction der Bergisch-Märkischen Eisenbahn“ gegründet, die 1875 nach der Fertigstellung ihres Verwaltungsgebäudes im klassizistischen Stil ihren geradezu majestätischen Sitz mit imposanter Freitreppe und markanten Säulen bezog.
1879 erfolgte die Umbenennung in „Königliche Eisenbahndirektion Elberfeld“. 1914 schuf eine Erweiterung Platz für zusätzliche Verwaltungsaufgaben. 1920 wurde die „Deutsche Reichsbahn“ gegründet und die Direktion in „Reichsbahndirektion Elberfeld“ umbenannt. Nach der Gründung der Stadt Wuppertal erfolgte 1930 folgerichtig die Umbenennung in „Reichsbahndirektion Wuppertal“.
Die Zeit der Nationalsozialisten schrieb ein düsteres, menschenverachtendes Kapitel der Reichsbahndirektion, die nach der Machtergreifung 1933 für die Umsetzung von Deportationen verantwortlich zeichnete. Vom Wuppertal aus brachten mehrere Deportationstransporte jüdische Menschen, Sinti und Roma in die Vernichtungslager im Osten. Luftangriffe beschädigten das Gebäude im Zweiten Weltkrieg insbesondere 1943 so schwer, dass eine Nutzung nicht mehr möglich war.
Doch bereits 1948 war das Gebäude soweit wiederhergestellt, dass es wieder genutzt werden konnte. 1949 wurde die Deutsche Bundesbahn gegründet und es entstand die „Bundesbahndirektion Wuppertal“. Von hier aus wurde der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen geplant und organisiert.
Mit der Bahnreform im Jahr 1970 endete die Eisenbahngeschichte der Bundesbahndirektion. Verwaltungsstellen wurden zentralisiert und die Direktion Wuppertal 1974 aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden nach Köln und Essen verlagert. Viele Jahre blieb das prächtige Gebäude ungenutzt.
Zuletzt zogen 1988 die Krankenversorgung der Bahnbeamten und die Sparda-Bank aus der Direktion aus. Im gleichen Jahr wurde das klassizistische Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und Ideen vom Abriss des einst so bedeutenden Gebäudes glücklicherweise verworfen.